Schlagwörter
Fußball, Mecklenburg-Strelitz, Oberliga Nord, SG Dynamo Schwerin, Spielbericht, TSG Neustrelitz

Gleich mehrfach brandete am gestrigen Abend im Neustrelitzer Parkstadion beim 2:0 (1:0) der Platzherren über die SG Dynamo Schwerin (Strelitzius berichtete kurz) Jubel auf. Da war natürlich das frühe Führungstor für die Oberligisten der TSG Neustrelitz in der 8. Minute durch Oskar Fijalkowski. Der hatte am schnellsten begriffen, dass der Schiedsrichter ein Foul an einem der Neustrelitzer Kicker nicht pfeifen wird, drehte sich einmal an der Strafraumgrenze um die eigene Achse und zog ab. Der Schuss nicht sonderlich scharf, aber sehr platziert in die äußerste rechte untere Ecke. Da kam Schwerins Keeper Ibrahim Suaib nicht mehr dran.
Die Gastgeber zeigten von Beginn an, wer Chef auf dem Rasen ist. Und ließen sie mal nach und die Dynamos ins Spiel kommen, dann war ja da auch noch Schlussmann Paul Benjamin Krause. Der 1,98 Meter große Keeper zeigte bei seinem Debüt in Neustrelitz tolle Paraden, so in der 28. Minute mit einem irren Reflex. Den Ball kann er erst in allerletzter Sekunde gesehen haben. Oder der von ihm in der 75. Minute parierte Elfmeter, nachdem Luca Müller wegen angeblichen Handspiels im Strafraum die Rote Karte gesehen hatte. Und war Krause wirklich mal geschlagen, wie in der 38. Minute, dann kratzte ein TSG-Verteidiger, es war wohl Kapitän Nils Röth, den Ball noch von der Torlinie.
Den Gäste, die kurz vor Toresschluss noch Rotgelb hinnehmen mussten, ist zu bescheinigen, dass sie fast bis zum Ende das Spiel offen hielten und immer wieder gefährliche Gegenstöße ausführten. Erlösung erst in der 90. Minute, und da kannte der Jubel der Neustrelitzer dann keine Grenzen mehr. Der eingewechselte Javier Alejandro Jimenez Paris nimmt einen langen Ball aus vollem Lauf aus, wird noch von einem Gegenspieler bedrängt und hebt aus rund 20 Metern Distanz das Leder über den herausgelaufenen Dynamo-Torwart in die Maschen. Ein tolles Tor. Und ein schöner Fußballabend für die rund 400 Zuschauer.
„Nach taktischen Umstellungen erst bei den Schwerinern noch in der ersten Hälfte und dann bei uns in der Halbzeitpause waren wir in den zweiten 45 Minuten die klar bessere Mannschaft“, schätzte TSG-Coach Thomas Franke im Gespräch mit mir ein. „Die Jungs haben sich trotz strittiger Entscheidungen des Schiedsrichters, schon in der ersten Halbzeit haben wir einen Elfmeter nicht bekommen, und auch die Rote Karte war keine, aufgelehnt. Hochachtung, ich bin total stolz auf meine Mannschaft.“
Kapitän: Dank an Paul und die ganze Truppe
„Heute hat sich die Mannschaft endlich mal das erkämpft, was wir seit Wochen eigentlich schon verdient haben“, so Nils Röth. „Das nehmen wir auch mit in die kommende Pokal-Woche, wir haben gesehen, was wir über den Kampf erreichen können und freuen uns auf Hansa Rostock. Ausdrücklich möchte ich mich bei Paul bedanken, der nach drei Jahren ohne Praxis ein großes Spiel gemacht und uns alle mitgenommen hat. Aber danke einfach auch an die ganze Truppe.“
Das letzte Wort habe ich Lothar Hamann gegeben, Sportlicher Leiter der TSG Neustrelitz. „Es war das erwartete Kampfspiel. Unsere Jungs haben alles reingehauen, auch wenn noch nicht alles geklappt hat. Die letzten Spiele haben gewirkt, für uns zählt der Sieg.“
Am kommenden Sonnabend stehen sich im Neustrelitzer Parkstadion in der 3. Runde des Landespokals die TSG Neustrelitz aus der Oberliga Nord und Drittligist Hansa Rostock gegenüber. Anstoß ist um 14 Uhr. Strelitzius wird ausführlich berichteten.


