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Thomas Franke im Kreis springt nach einer emotionalen Ansprache beim Jubeln der TSG-Akteure am höchsten.

Eitel Sonnenschein heute Nachmittag im Neustrelitzer Parkstadion. Und dafür hat nicht nur Petrus gesorgt, sondern vor allem die TSG-Oberliga-Elf von Coach Thomas Franke. Nach der Pleite am vergangenen Wochenende war Wiedergutmachung angesagt, und das ist beim 2:0 (1:0) über den SC Staaken 1919 auch gelungen. Schon zur Pause gab es stehende Ovationen von den rund 400 einheimischen Zuschauern für die Strelitzer Jungs, und nach Abpfiff war der Jubel riesengroß.

Bis zur 30. Minute war es ein ausgeglichenes Spiel ohne Höhepunkte, sieht man mal von der 9. Minute ab, als Justin Schultze seine Mannschaft hätte in Führung schießen müssen. Allein vor dem Staakener Schlussmann, semmelte er das Leder über den Kasten. Aber schon in der ersten halben Stunde zeichnete sich ab, dass diesmal eine zu allem entschlossene TSG Neustrelitz auf dem Rasen steht, die ihr Potenzial auch abruft. Zwischen den Pfosten der Gastgeber nach langer Verletzung zum ersten Mal in dieser Saison Justin Borchardt. Claudius Schröder aus der Zweiten hütete diesmal die Ersatzbank. Und Neuzugang Oami Rei stellte sich über die volle Distanz dem heimischen Publikum vor, ohne Fehl und Tadel.

Dennis Ladwig und Tino Schmunck sorgten für die TSG-Tore.

29. Minute: Fehlpass in den Staakener Reihen im Mittelfeld, der Ball kommt zu Dennis Ladwig, der durchstartet, im gegenerischen Strafraum auf den mitgelaufenen Tino Schmuck passt, und der netzt aus zwölf Metern mit aller seiner Routine unhaltbar flach ins lange Eck ein. Nur eine Minute später kann Nick Stövesand auf 2:0 erhöhen, aber statt es aussichtsreich allein zu versuchen, legt er ab, und das auch noch auf den falschen Mitspieler.

Die TSG jetzt im Vorwärtsgang, nagelt die Gäste durch frühes Pressing in deren Hälfte fest, zieht ein Powerplay auf. In der 43. Minute scheitern erst Oskar Fijalkowski und im Nachschuss Dustin Keil aus Nahdistanz. In der 44. Minute verfehlt ein von Tino Schmunck getretener Freistoß nur knapp den Dreiangel. Auf den Rängen macht sich Begeisterung breit.

Dennis Ladwig verwandelt Strafstoß

Glück für Dennis Ladwig: Das Leder rutscht dem Staakener Keeper durch die Füße. „Richtig in die Ecke geschossen, und ich hätte das Ding gehabt“, so der Kommentar von Kevin Otremba.

Nach dem Seitenwechsel machen die Neustrelitzer da weiter, wo sie zum Pausenpfiff aufgehört haben. Aber, die Staakener ergeben sich nicht, sondern versuchen über Konter immer wieder zum Erfolg zu kommen. In der 59. Minute wird der wie ein Duracell-Hase rackernde Justin Schultze im Staakener Strafraum von den Beinen geholt. Schiedsrichterin Miriam Schwermer zögert keine Sekunde und zeigt auf den Punkt. Dennis Ladwig verwandelt den Strafstoß mit ein bisschen Glück, der Staakener Keeper hatte noch Ballkontakt mit den Füßen, konnte das mit Wucht getretene Leder aber nicht unter Kontrolle bringen.

Gala-Vorstellung geht weiter

Jetzt bringt Thomas Franke frische Kräfte, so schlecht, wie befürchtet, sah es dann doch nicht im Kader aus. Sebastian Jarosz und Flitzer Marcus Niemitz kommen für Schultze und Stövesand, später noch Artur Dawid Bednarczyk für Dustin Keil. Und die Gala-Vorstellung geht bis zum Schluss weiter, die TSG zeigt streckenweise sehr schönen Kombinationsfußball, auch wenn weitere Treffer nicht fallen. Die Staakener verlieren bis zum Ende nicht den Elan, sind aber im Abschluss einfach zu harmlos, wenn es überhaupt dazu kommt. Viel zu tun bekommt Justin Borchardt jedenfalls nicht. Ein Kopfball der Staakener streicht in der 78. Minute am Lattenkreuz vorbei, das war es. Bednarczyk und Niemitz haben noch zwei Riesen auf dem Schuh, beide verziehen knapp.

„Meine Mannschaft hat ihre Identität wiedergefunden“, freute sich Thoimas Franke nach der Partie völlig aus dem Häuschen im Gespräch mit Strelitzius. „Bissig, kompakt, statt in Schönheit zu sterben. Und am Wochenende auf den Rasen bringen, was in den Tagen zuvor erarbeitet wurde.“ Mit dem Einstand von Justin Borchardt sei er zufrieden gewesen. „Ich bin einfach meinem Bauchgefühl gefolgt, dass es Zeit wird, ihn zwischen die Pfosten zu bringen.“

Wirklich guten Fußball gespielt

„Ich bin rundum zufrieden“, sagte mir Routinier Tino Schmunck, „und das erst recht mit dem Blick auf das vergangene Wochenende. Wir haben heute wirklich guten Fußball gespielt, waren leidenschaftlich und haben über den bedingungslosen Kampf zum Sieg gefunden. Und das Justin Borchardt jetzt mitspielt, freut mich für ihn und das Team. Ich habe mich mit ihm dahinten jedenfalls sicher gefühlt.“

Auch mit Mannschaftskapitän Kevin Riechert, der an einer Zerrung laboriert und heute von Nils Röth vertreten wurde, habe ich kurz gesprochen. „Geht doch auch ohne mich“, so der sympathische Sportsmann erleichtert, wenn auch nicht ganz ernst gemeint. Er hofft, in spätestens 14 Tagen wieder zur Verfügung zu stehen.

Das letzte Wort hat heute TSG-Sprecher Stephan Neubauer: „Unsere Mannschaft hat sich zu 200 Prozent für die Blamage in Berlin rehabilitiert. Es war das bisher beste Heimspiel der Saison, und das ausnahmslos in allen Mannschaftsteilen. Das Potenzial wurde ausgeschöpft, und das Team wurde für seine Mühen belohnt.“

Die TSG Neustrelitz (13.) tritt am kommenden Sonnabend beim Tabellennachbarn RSV Eintracht 1949 (14.) in Stahnsdorf an. Am 19. November geht es für die Neustrelitzer im Landespokal mit Heimvorteil weiter. Liga-Konkurrent MSV Pampow reist im Parkstadion an.

Oskar Fijalkowski hat abgefeuert, rechts Dustin Keil.
Justin Schultze war von der gegnerischen Verteidigung wieder schwer zu halten. Ein Foul an ihm führte zur Elfmeter-Entscheidung.
Der eingewechselte Marcus Niemitz drückt ab, da fehlte in der Schlussphase nicht viel zum 3:0.