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Die Oberligisten der TSG Neustrelitz und ihre Fans schweben heute Nachmittag auf Wolke 7. Der Rostocker FC, von vielen als stärkste Mannschaft der Liga eingestuft, musste beim 1:0 (1:0) für die Gastgeber die Punkte im Parkstadion der Residenzstadt lassen. Das Tor für die TSG schoss Justus Guth in der 32. Minute per Kopf nach maßgeschneiderter Ecke von Marcus Niemitz, der bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss verdient Sonderapplaus von den rund 350 Zuschauern erhielt. Aufopferungsvoll, unermüdlich, was für ein Sportsmann!

Torschütze Justus Guth

Während in der Offensive der Platzherren leider wieder mehrere Hundertprozentige nicht in den Maschen landeten, zwei Mal Sebastian Jarosz in der ersten Hälfte und zwei Mal der mit dem Seitenwechsel ins Spiel gekommene Elia Miro Friebe patzten, hat sich die Abwehrabteilung heute die Bestnote verdient. Auch wenn die Rostocker den Druck nach dem Rückstand und vor allem in den letzten zwanzig Minuten enorm erhöhten, hatten sie so gut wie keine Möglichkeit, das Ergebnis gegen gefährlich konternde Neustrelitzer zumindest versöhnlicher zu gestalten. Trotzdem fiel wohl nicht nur mir ein Stein vom Herzen, als Schiedsrichter Tino Stein die Partie endlich abpfiff.

Hat sich aufgeopfert: Marcus Niemitz, hinter ihm Artur Dawid Bednarczyk.

„Ich bin heute wohl wieder um fünf Jahre gealtert“, beschrieb Coach Maximilian Dentz anschließend im Gespräch mit mir seine Anspannung. „Gegen diese Mannschaft aus Rostock zu Null zu spielen, ist schon eine Riesenleistung“, würdigte der Trainer die Defensivleistung seines Teams, das sich zu keinem Zeitpunkt der Begegnung versteckt hatte. „Wenn wir uns jetzt noch mehr für unsere Angriffsbemühungen belohnen würden…“, sprach er zugleich nicht zum ersten Mal die mangelnde Trefferquote an. Er setze diesbezüglich aber nach wie vor auf die „jungen Wilden“.

Piotr Delner, auch einer von den „jungen Wilden“.

„Auf jeden Fall sieht man die klare Entwicklung unserer Mannschaft nach vorn. Und was die Wolke 7 angeht: Wir wollen nicht auf ihr herumliegen, sondern uns von ihr zu weiteren Erfolgen tragen lassen“, so mein Blogpartner. „Wenn wir weiter so auftreten, dürften die kommenden Wochen noch viel Spaß machen.“

Den Kasten der Neustrelitzer hat heute Nicolas Jesus Delpino gehütet. Und er hat seine Sache gut gemacht, nur ein einziges Mal ging ein Aufstöhnen der Zuschauer durch das Stadionrund. „Zlatan Kostal und Nicolas Jesus Delpino ziehen beide mit, deshalb ist es nur gerechtfertigt, auch beide einzusetzen“, begründete Torwarttrainer Alex Brey die Keeper-Auswahl des Tages. „Beide sollen ihre Chance haben, es macht mit beiden Freude zu arbeiten.“

Das letzte Wort habe ich heute Hans-Joachim Guth gegeben. Der Neubrandenburger kommt mit Frau Christine regelmäßig nach Neustrelitz herüber, um sich Junior Julius in Diensten der TSG auf dem Rasen anzuschauen. „Es war mal wieder die Reise nach Neustrelitz wert“, so der Journalist im Ruhestand. „Man hat gemerkt, dass die TSG-Jungs gut auf den zu erwartenden Kampf eingestellt waren. Die wollten die Partie unbedingt gewinnen, und sie haben sie bei aller mangelnden Chancenverwertung verdient für sich entschieden. Ob die Rostocker tatsächlich die stärkste Mannschaft der Liga sind, ich habe da nach dem heutigen Eindruck so meine Zweifel. Und mit unserem Bengel sind wir natürlich zufrieden.“

Die TSG Neustrelitz behauptet den achten Tabellenplatz. Am kommenden Sonntag treten unsere Kicker bei den Reservisten von Hansa Rostock (11.) an.

Miro Elia Friebe klebte heute Pech am Schuh.
Justin Schultze (links) und Artur Dawid Bednarczyk bei einem Konter in der zweiten Halbzeit.

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