Schlagwörter

,

Trete ich doch gestern Vormittag vor die Tür und sehe meinen Nachbarn nebst noch einem Anrainer, die Blicke gen Himmel gerichtet. In der Tat kreuzte mal wieder ein riesiger Vogelschwarm den Luftraum über der Wesenberger Siedlung. „Wir beobachten den Frühling“, so mein Gegenüber, und versuchte, den Blick von den Bierflaschen in Griffnähe abzulenken. Da bin ich ja nun ausgeschlafen genug, und bekam auch gleich Durst!

Aber Frühling wie in Frühlingszwiebeln, das brannte sich ein. Lange vernachlässigter Auflauf flackerte auch in den Gehirnwindungen auf. Schon zog ich Geschmacksfäden. Und auf Einkaufstour in der Residenzstadt waren die Holde und meine Wenigkeit ohnehin.

Zwei Bunde der Scharfmacher habe ich erstanden, 800 Gramm Hähnchen-Filet dito, und dann noch eine 250-Gramm-Packung Minitomaten. Alle anderen Zutaten hat man eben in einer gut sortierten Küche. Aber ich will ja nicht angeben, Mitbewerber haben vielleicht stattdessen einen Kreuzschaubenzieher mehr. Oder kärchern daheim, wo ich immer noch fremdwaschen lasse.

Die Frühlingszwieben habe ich in schmale Röllchen geschnitten, das verwertbare Grün beiseite gelegt. Das Fleisch wurde gewürfelt und gut mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dann habe ich in etwas Olivenöl in einer Pfanne erst das Geflügel und dann die Zwiebelröllchen angebraten. Die Mischung habe ich mit 250 Millilitern Sahne und einem Vierttelliter Gemüsebrühe aufgegossen. Acht Minuten bei mäßiger Hitze habe ich den Zutaten Gelegenheit gegeben, sich miteinander anzufreunden.

Unterdessen habe ich 350 Gramm Gnocchi-Nudeln in Salzwasser mit einem Schuss Olivenöl gegart, über einem Sieb abgegossen. Die Pasta ist mit den Tomaten in die Pfanne umgezogen. Alles gut mischen und in eine ausgefettete Auflaufform geben. Mit geriebenem Cheddar, mein favorisierter Streukäse, bedecken und die Form in den auf 200 Grad Hitze oben und unten vorgeheizten Ofen schieben.

Es bleibt eine halbe Stunde, um ein Bund Petersilie und das verwertbare Grün der Frühlingszwiebeln zu hacken. Die Kleinteile sorgen dann für die Deko auf unserem Aufauf, bei dem natürlich Allzweckwaffe Worcestersauce nicht fehlen darf. Und Zeit für ein Kochbierchen ist auch noch, bevor die Röhre piept.

Der Frühling kann kommen. Wir hatten ihn heute schon auf dem Teller. Und vor dem Fenster rebelliert der Lenz ohnehin. Guten Appetit!