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Strelitzius hat endlich mal wieder eine gastronomische Entdeckung zu vermelden. Bei einem Bummel durch Röbel sind die Holde und meine Wenigkeit heute am Ziegenmarkt auf das Hofcafé mit Bio- und Weltladen von Jörg Kemmereit gestoßen. Der hat die Corona-Zwangspause genutzt, sich auf seine Talente als ehemaliger Bauingenieur besonnen und kurz vor der Rente in seinem Wohnhaus das Kleinod geschaffen, an dem wir uns heute kaum sattsehen konnten. Und da rede ich noch nicht vom selbstgebackenen Stachelbeerstreuselkuchen aus Vollkornmehl vom Mühlenhof Altkalen. Ein Klecks Sahne dazu, himmlisch. Und eine gepflegte Tasse Tee, Herz, was begehrst du mehr!

„Wer bauen kann, kann auch backen“, so der Kommentar des über alle Maßen kommunikationsfreudigen Inhabers. Und so erfahren wir auch ganz schnell, dass wir uns justament im früheren Schlafzimmer einer alten Dame wohlfühlen. Zum Sitzen im malerischen Hof war es heute noch etwas zu frisch, dafür war es in der Stube urgemütlich. Überall ist zu sehen, dass hier mit viel Geschmack eingerichtet worden ist, von den schönen Bildern an der Wand über aufgehübschstes Mobiliar bis hin zur außergewöhnlichen Beleuchtung. Feines Händchen! Und Ziegen über Ziegen, wie es sich für die Adresse gehört, wenn auch keine leibhaftigen. Das wäre es noch…

Den einladenden Hof heben wir uns für den nächsten Besuch auf. Dann wollen wir natürlich auch Ziegenkäse essen. Jörg Kemmereit, der viele Jahre schräg gegenüber in der Straße des Friedens zur Pacht gastronomisch unterwegs war, erfüllt es mit einer tiefen Zufriedenheit, nun sein eigener Herr zu sein. Und bis 70 will er schon noch seine Gäste bewirten, war zu erfahren. Da kann unsereins ihm und seiner Frau nur bleibende Gesundheit wünschen. Nicht ganz uneigennützig. Vor der Tür der Hinweis „Bi uns in Röwel ward nich mekkert“. Wer käme denn darauf?

Für Navigatoren: Das schöne Haus am Ziegenmarkt trägt die Postanschrift Kirchplatz 10. Muss man nicht verstehen.