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Größer als eine Mücke, aber kleiner als eine Streichholzschachtel: die auch bei uns heimische Mückenfledermaus. Foto: E. Yakhontov, CC BY-SA 3.0

Unlängst ist in der Nähe von Neubrandenburg eine Fledermaus gefunden worden, die durch Störungen des Nervensystems und Flugunfähigkeit aufgefallen war. Wie sich im Labor herausstellte, war sie an Fledermaustollwut erkrankt. Das teilt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte mit.

Im Unterschied zur Fuchstollwut – Deutschland gilt als tollwutfrei – kommt die Fledermaustollwut in Deutschland flächendeckend vor. Im ungünstigen Fall kann Fledermaustollwut durch Biss- oder Kratzverletzungen auch auf Menschen übertragen werden. Das Risiko für den Menschen, an Tollwut zu erkranken, ist aber vernachlässigbar. Alle bei uns vorkommenden Fledermäuse sind reine Insektenfresser und greifen weder Menschen noch Tiere an. Personen, die beruflich oder in der Freizeit mit Fledermäusen umgehen, sollten jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Ihnen wird empfohlen, sich vorbeugend impfen zu lassen und Fledermäuse nur mit Lederhandschuhen anzufassen.

Wenn Fledermäuse sich untypisch verhalten, am Boden liegen oder am helllichten Tag aufkreuzen, so ist Vorsicht geboten. Sollte es erforderlich sein, eine Fledermaus zu bergen, sollte man sie nicht mit bloßen Händen, sondern nur mit festen Handschuhen anfassen. Besser ist es, das Tier mit einem Kehrblech oder einer Schaufel in einen festen Behälter zu legen, um jegliche Bissgefahr auszuschließen. Nicht jede geschwächte oder krank erscheinende Fledermaus ist jedoch an Tollwut erkrankt. Ob eine Fledermaus mit den Tollwutviren infiziert ist, kann nur im Labor nachgewiesen werden.

Alle bei uns vorkommenden Fledermausarten stehen unter strengem Artenschutz und dürfen grundsätzlich weder vertrieben noch getötet werden.