Schlagwörter

, , , ,

Die herrliche sinfonische Dichtung von Bedrich Smetana (1824 bis 1884) „Die Moldau“ hat in der DDR zum Schulstoff gehört und ist demzufolge bei uns Älteren im Osten bestens bekannt. Seit Sonntag weiß ich von einem musikalischen Werk, das der Komposition des großen Tschechen kaum nachsteht und unbedingt in meine Musiksammlung gehört. Marian Lux (Jahrgang 1982) schrieb „Die Havel“, 2015 uraufgeführt und mit viel Medienresonanz begleitet, aber hierzulande wohl trotzdem noch wenig bekannt.

Ich durfte Lux vor der Aufführung seiner wunderbaren Arbeit durch das Orchester Concerto Brandenburg auf der Bühne im Skulpturenpark Wesenberg erleben (Strelitzius berichtete) und war von Komponist wie Komposition gleichermaßen begeistert. Als Lux sich dann noch ans Klavier setzte und mit der Sängerin Nina Omilian den Song „Meerwärts“ zu Gehör brachte, hatte er mich endgültig erobert. Wesenberg ist die erste Stadt, die die Havel erreicht. Die sinfonische Dichtung, die den Namen des Flusses trägt, ist wie geschrieben für unsere Heimatregion. Augen schließen, und der Havel folgen. So klingt sie…

Das 1. Musikfestival im Skulpturenpark „Bei Wu“ (chinesisch für Weißer See) war zugleich eine Hommage an das Wasser. Mit den Wassermusiken von Telemann am Sonnabend und Händel am Sonntag widmete das als Residenzorchester „Bei Wu“ 2018 gewürdigte Concerto Brandenburg unter Leitung von Christian-Friedrich Dallmann dem Leben spendenden Nass weitere Konzertteile. Und das alles in einem riesigen offenen Zelt wenige Meter vom Ufer des Weißen Sees entfernt – eine ganz unglaubliche Atmosphäre!

Bomi Song beeindruckte mit zwei Romanzen von Beethoven.

Am Sonnabend hatte es mit einer Weltpremiere der seit 2016 in Residenz „Künstler Bei Wu“ arbeitenden australisch-britischen Komponistin Sadie Harrison einen zusätzlichen Höhepunkt gegeben. Auch die Besucher am Sonntag brauchten auf das von den Mimi-Geistern der Aborigines inspirierte Stück nicht zu verzichten. Concerto Brandenburg flocht es einfach in Händels Wassermusik ein. Dem Altmeister hätte es sicherlich gefallen. Mich hat auch die hochbegabte junge Violinvirtuosin Bomi Song mit zwei Beethoven-Romanzen schwer beeindruckt.

Die malerisch gelegene Kunst- und Kulturadresse am Rand von Wesenberg hat ihren Namen im Internet bereits auf Konzert- und Skulpturenpark erweitert. Das lässt auf weitere glanzvolle Aufführungen hoffen. Kunstmäzen David Ng und seinem Mitstreiter Peter Wilmot Thompson von der gleichnamigen Stiftung, beide Herren gaben sich am Wochenende die Ehre, ist nicht genug für die Entscheidung und die großartige Förderung zu Gunsten Wesenbergs und der ganzen Region zu danken.