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Arbnor Dervishaj (rechts) lieferte die Vorlage für das Tor von George Kelbel.

George Kelbel hatte mindestens einen weiteren Treffer auf dem Fuß.

Auch das letzte Heimspiel der Regionalligisten der TSG Neustrelitz hat den Vereinspräsidenten Hauke Runge nicht davon abrücken lassen, dass dieser Kader nicht ligatauglich ist. Oder war, wie man vor dem letzten Spieltag mit Blick auf die Saison schon sagen kann. Mit einem 1:3 (0:1) gegen die Kicker von Oberlausitz Neugersdorf hat sich die Elf von Trainer Tomasz Grzegorczyk aus dem Parkstadion vor knapp 300 Zuschauern verabschiedet. Der Coach konnte seinen Jungs am Ende bescheinigen, dass sie sich bis zum Abpfiff nicht aufgegeben haben. Mehr aber auch nicht.

Ryota Okumura schreit seinen Frust heraus, nachdem er den vom Pfosten abprallenden Ball verzogen hat.

Schiedsrichter Jacob Pawlowski aus Berlin machte seinem miesen Ruf in Neustrelitz wieder alle Ehre. Das 0:1 in der 44. Minute war ein klares Abseitstor. Zuvor hatten die Residenzstadtkicker in der 41. Minute einen Ball eben noch von der Linie kratzen können. Auch der von Pawlowski in der 56. Minute verhängte Strafstoß gegen die Gastgeber war grenzwertig.

Das Tor zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Sicht der TSG schoss George Kelbel in der 68. Minute ungedeckt am langen Eck stehend nach feinem Pass von Arbnor Dervishaj. Beim 1:3 in der 86. Minute war die nun unermüdlich anrennende TSG hinten offen wie ein Scheunentor, der herauseilende Keeper Norman Quindt konnte dem gegnerischen Heber nur hinterhersehen.

Zu beklagen auch diesmal die Chancenverwertung. Bereits in der 18. Minute hätte die TSG in Führung gehen müssen. Kelbel, völlig allein vor dem Tor, setzt einen Volleyschuss aus Nahdistanz um Meter über den gegnerischen Kasten. Auch in der 52. Minute scheitert Kelbel und schießt den Neugersdorfer Schlussmann an. Das Maß voll machte Ryota Okumura, der kurz vor Schluss nach einem Pfostenschuss des eingewechselten Jannes Harsch den Abpraller per Kopf einen Meter neben das Gästegehäuse setzte.

Präsident Runge: Wollen in der Oberliga mitreden

Hauke Runge wirkte im Schlussinterview mit Strelitzius abgeklärt. „Auch in der kommenden Saison wird in Neustrelitz Fußball gespielt. Wir werden alles daran setzen, eine Mannschaft auf den Rasen zu bringen, die in der Oberliga auch ein gehöriges Wort mitsprechen kann.“ Wer wird aus dem Regionalligakader weiter für die TSG auflaufen? „Ich kann nur sagen, dass wir einige der Spieler gar nicht mehr haben wollen“, so der Präsident. Im Hintergrund skandierten einige Fans „Oberliga, wir sind dabei“. Das hat mir gefallen. Die TSG muss auf Gedeih und Verderb die Zuschauer zurück auf die Ränge bringen.

Am kommenden Sonnabend setzt die TSG Neustrelitz bei Mitabsteiger Chemie Leipzig den Schlusspunkt unter eine ernüchternde Saison.

Trainer Tomasz Grzegorczyk würdigte, dass seine Jungs bis zum Schluss gefightet haben. Trotzdem fordert er mehr Charakter von jedem.