Schlagwörter
Baden, Ente, Hund, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Weißer See, Wesenberg
Glosse

Also, ich sage es mal so: Mein Verhältnis zu Enten ist nicht das beste. Dabei nehme ich unsere alljährliche Weihnachtsente mal aus. Meine Abneigung stammt aus Zeiten, als ich noch Hundehalter war. Mit „Sitz“, „Leg dich hin“, „Bleib“ oder „Komm her“ hatte mein Ricky so seine Probleme. Aber bei „Enti“ wusste er sofort, was Sache ist. Wenn es überhaupt des Hinweises bedurfte. Der Münsterländer stürzte sich zu jeder Jahreszeit in die Gewässer der Region und lebte seinen Jagdinstinkt aus.
Nur hatte er jedes Mal die Rechnung ohne die durchtriebenen Enten gemacht. Die ließen den armen Hund bis auf Bissweite heranschwimmen, ehe sie höhnisch schnatternd aufstiegen und den nicht flugfähigen Vierbeiner allein auf weiter See ließen. Was der immer mit einem markerschütternden Jaulen quittierte. Das kann einen schon fertig machen, wenn man nie ein Erfolgserlebnis hat. Wenigstens eine Ente hätte sich ja mal erbarmen können. Ricky tat mir jedes Mal in der Seele leid. Einmal ist der erfolglose Jäger sogar auf einem zugefrorenen See ins Eis eingebrochen und in Lebensgefahr geraten. Alles wegen der Federviecher. Zum Glück konnte er sich allein aus der Misere befreien.
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