Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern setzt ihre landesweite Verkehrssicherheitskampagne „Fahren.Ankommen.LEBEN“ fort. Ab heute stehen dabei zwei besonders unfallträchtige Themen im Fokus: riskantes Überholen sowie der gewerbliche Güter- und Personenverkehr.
Heute Vormittag gegen 9.45 Uhr hat es auf der B 197 zwischen Genzkow und Friedland einen Unfall während des Überholvorgangs eines 72-Jährigen gegeben. Durch dessen mutmaßlichen Fehler beim Überholen ist der Fahrer frontal mit dem entgegenkommenden Auto eines 65-jährigen Fahrers zusammengestoßen. Zudem stieß er seitlich gegen zwei Fahrzeuge, die in seiner Fahrtrichtung fuhren. Insgesamt waren vier Fahrzeuge in den Unfall verwickelt, von denen drei am Ende abgeschleppt werden mussten.
Am heutigen Donnerstag kam es auf der B 192 kurz hinter der Ortschaft Möllenhagen in Fahrtrichtung Waren gegen 9.40 Uhr zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein PKW während eines Überholvorganges von der Straße abkam.
Heute Morgen ist es zu einem schweren Unfall auf der Landesstraße 28 Höhe Schwichtenberg gekommen. Während ein 53-Jähriger gerade ein Auto überholte, scherte dessen Fahrer nach links aus. Dadurch wurde der Wagen, der gerade überholte, von der Straße abgedrängt und prallte gegen einen Baum. Der Fahrer kam mit schweren Verletzungen ins Klinikum, sein Auto ist Totalschaden.
Kurz vor 14 Uhr hat es auf der B 198 zwischem dem Abzweig Groß Trebbow in Richtung Wesenberg einen Unfall gegeben. Eine 32-jährige Deutsche fuhr hinter einem LKW und wollte ihn überholen. Dabei übersah sie nach derzeitigen Kenntnissen, dass bereits ein anderes Auto sie selbst und auch den LKW überholen wollte. Beim Ausscheren stießen sie und der 28-jährige polnische Autofahrer zusammen. Er landete dabei mit seinem Fahrzeug in der Leitplanke und drehte sich mit ihm auf der Fahrbahn.
Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern startet heute in eine neue Runde der Verkehrskampagne „Fahren.Ankommen.LEBEN“ – diesmal mit den Schwerpunkten „Überholen & gewerblicher Güter- und Personenverkehr“. Gerade das falsche Überholen hat im vergangenen Jahr wieder zu zahlreichen Unfällen auf den Straßen des Landes gesorgt: Insgesamt 336 Mal (166 PP ROS, 170 PP NB) ist fehlerhaftes Überholen ursächlich für Unfälle gewesen. Dabei kamen neun Personen ums Leben, 55 wurden schwer und 195 leicht verletzt.
Am heutigen Montag hat für viele tausend Mädchen und Jungen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern ein ganz besonderer und neuer Lebensabschnitt begonnen. Nach den bewegenden Einschulungsfeiern am vergangenen Wochenende steht für die jungen ABC-Schützen der erste Schultag an.
Um den Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen, wird die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Kampagne „Fahren.Ankommen.Leben!“ im Monat September ihr besonderes Augenmerk auf die Schulwegsicherung und das Thema „Überholen“ legen. Die Aktion zielt darauf ab, die Sicherheit unserer jüngsten Mitglieder im Straßenverkehr zu erhöhen und die Aufmerksamkeit aller Fahrzeugführer auf den Beginn des neuen Schuljahres zu richten.
Der Weg zur Schule birgt für die vielen Kinder ein erhöhtes Unfallrisiko. Aufgrund mangelnder Erfahrung können die Kleinen die Gefahren im und um den Straßenverkehr oft noch nicht vollständig einschätzen und reagieren häufig unberechenbar. Die Fähigkeiten für ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr müssen sich Schülerinnen und Schüler erst nach und nach aneignen und bedürfen daher der besonderen Vorsicht und Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer.
Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern möchte mit den Kontrollen das Bewusstsein für die Sicherheit im Straßenverkehr schärfen und insbesondere die Eltern der Schulanfänger ermutigen, ihre Kinder über die Bedeutung eines richtigen und sicheres Verhaltens im Straßenverkehr aufzuklären. Dabei ist es wichtig, den Schulweg schon im Vorfeld mit den Kleinen zu üben, um Gefahrenquellen zu erkennen und zu besprechen. Zusätzlich appelliert die Polizei Mecklenburg-Vorpommern an alle Verkehrsteilnehmer, besonders aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren. Jeder kann dazu beitragen, dass Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen.
Auf der B198 hat es kurz vor Möllenbeck aus Carpin kommend heute Vormittag einen Unfall gegeben, der viel schlimmer hätte enden können. Eine 68-jährige Deutsche wollten einen 43-jährigen polnischen LKW-Fahrer überholen. Dabei hat sie sich mutmaßlich in Bezug auf das entgegenkommende Auto verschätzt. Um einen Frontalzusammenstoß der beiden Autos zu vermeiden, versuchte der LKW-Fahrer nach rechts Platz zu machen für die Überholende. Auch sie versuchte, nach rechts etwas auszuweichen, hatte aber den LKW noch neben sich.
Am Ende war die Straße für drei Fahrzeuge nebeneinander definitiv zu eng. Alle drei schrammten seitlich jeweils aneinander. Der 41-jährige deutsche Fahrer auf der Gegenspur wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Die Autos waren nicht mehr fahrbereit. Der Schaden beträgt etwa 25.000 Euro. Gegen die Autofahrerin wird nun wegen des Überholverstoßes ermittelt.
Heute starten in Mecklenburg-Vorpommern die themenorientierten Verkehrskontrollen – dieses Mal mit den Schwerpunkten „Überholen“ und „lichttechnische Einrichtungen“. Im Oktober wird die Polizei MV mit allen acht Polizeiinspektionen der Präsidien Rostock und Neubrandenburg landesweit im Einsatz sein, um mobile sowie stationäre Verkehrskontrollen durchzuführen.
Riskante Überholmanöver führen immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. Allein im letzten Jahr ereigneten sich aufgrund von Überholvorgängen insgesamt sieben tödliche Unfälle. Auch die Zahlen im ersten Halbjahr 2023 lassen darauf schließen, dass das Überholen nach wie vor zu den Hauptunfallursachen zählt.
Wer seinen Vordermann auf sichere Art und Weise hinter sich lassen will, sollte unbedingt folgende Fragen beantwortet wissen: – Ist Überholen erlaubt? (Verkehrszeichen beachten) – Ist die Straße frei von Gegenverkehr? – Kann ich die Straße voll einsehen? – Ist die Strecke ausreichend lang, um zu überholen? – Schert ggf. ein nachfolgendes Fahrzeug ebenfalls zum Überholen aus? – Ist eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen?
Insbesondere zu Beginn der dunklen Jahreszeit, erschweren nicht nur die Dunkelheit selbst, sondern auch die Witterungsverhältnisse, wie beispielsweise Nebel das Überholen zusätzlich. Umso wichtiger ist es für andere Verkehrsteilnehmer gut erkennbar zu sein. Egal, ob zu Fuß oder auf dem Rad – bei Dunkelheit sollte man als leuchtendes Beispiel vorangehen.