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Alte Kachelofenfabrik, Ausstellung, Fotografie, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Venherm

Die Ausstellung „Don´t look back“ mit Fotografien von Pitt Venherm ist vom 17. Juli bis zum 30. August in der Fabrik.Galerie für gegenwärtige Kunst der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz zu sehen. Zur Vernissage wird am Freitag, dem 17. Juli, um 19.30 Uhr eingeladen. Im anschließenden Künstlergespräch gibt Pitt Venherm Einblicke in seine Arbeit und seine Sicht auf die Fotografie.
Zwischen Autos und Häusern einer Berliner Straßenszene blickt ein Gesicht den Betrachter unmittelbar an. Gleichzeitig schieben sich von links zwei kopflose Schaufensterpuppen in das Bild. Erst auf den zweiten Blick wird im Arm der männlichen Figur die Silhouette des Fotografen Pitt Venherm sichtbar – als Spiegelung im Schaufenster. Es ist ein Bild über das Sehen und Gesehenwerden, über Spiegelungen und Durchlässigkeit, über den fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenwelt.
Diese besondere Aufmerksamkeit für das Dazwischen prägte auch Pitt Venherms jahrzehntelange Arbeit als Kameramann. Mit großer Sensibilität verstand er es, jene flüchtigen Momente einzufangen, in denen sich Atmosphäre verdichtet und Geschichten oft zwischen den Bildern entstehen.
Die Fotografie war dabei stets sein persönlicher Begleiter – zunächst mit seiner geliebten Hasselblad oder einer Leica, heute häufig ganz selbstverständlich mit der Handykamera. Venherm interessiert, wie sich die leisen Spuren der Zeit in Menschen, Landschaften und Orten einschreiben. Er entdeckt sie beim Warten auf einem Bahnhof, wenn zwei gekuppelte Züge für einen Augenblick zu einer fast skulpturalen Komposition werden, oder wenn sich kurz vor einem Dorffest in Mecklenburg das Sonnenlicht in umgedrehten Biergläsern verfängt.
Das Absurde und das Poetische des Alltags
Immer wieder richtet er seinen Blick auf das Absurde und das Poetische des Alltags. Was andere achtlos übersehen, verwandelt er in sorgfältig komponierte Fotografien voller Farbe, Rhythmus und überraschender Schönheit – verwitterte Straßenmarkierungen, aufgereihte Schaufensterbeine im öffentlichen Raum oder beiläufige Konstellationen im Privaten. Seine Bilder schärfen den Blick für das Unscheinbare und zeigen, dass das Besondere oft dort beginnt, wo wir bereit sind, einen Moment länger hinzusehen.
Die Ausstellung „Don’t Look Back“ versammelt Fotografien aus mehreren Jahrzehnten. Wer der Aufforderung des Titels augenzwinkernd nicht folgt und den Blick zurück wagt, entdeckt die bemerkenswerte Kontinuität eines fotografischen Werks: aufmerksam, neugierig und getragen von einer großen Offenheit für die leisen und oft farbenfrohen Wunder des Alltags.
Die Ausstellung lädt dazu ein, mit offenen Augen durch diese Bildwelten zu gehen – und vielleicht den eigenen Blick auf das Alltägliche ein wenig zu verändern. (Text: Marieken Matschenz)
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