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Impression vom internationalen Festival junger Opernsänger im Schloss Rheinsberg 2025. Hannah-Luisa Schmidt-Ott bei der Operngala. Foto: www.axellauer.de

Mit Giovanni Paisiellos Opera buffa „Der Barbier von Sevilla“ bleibt sich die Kammeroper Schloss Rheinsberg auch unter der neuen künstlerischen Leitung des Belgiers Jelle Dierickx treu: Wiederentdeckungen von Opernjuwelen gehören seit ihrer Gründung zur DNA des brandenburgischen Festivals. Zu den Osterfeiertagen präsentiert die Kammeroper Schloss Rheinsberg daher eine Rarität, die dem Stoff nach zu den meistgespielten des Musiktheaters überhaupt gehört, in der Vertonung von Giovanni Paisiello heute jedoch kaum auf den Spielplänen zu finden ist. Dabei steht das Werk der heute in der Opernwelt omnipräsenten Version Gioachino Rossinis an Genialität in nichts nach, ist in seiner Figurenzeichnung sogar feiner und mindestens genauso voller eingängiger Melodien.

Der umtriebige Barbier Figaro ist mehr als nur Herr über Schere und Rasiermesser: Der gerissene Alleskönner schmiedet für jede verzwickte Lage einen Plan – und ist nun als Heiratsvermittler gefragt. Denn der liebestolle Graf Almaviva hat in der klugen Rosina seine große Liebe gefunden, und die junge Frau erwidert seine Gefühle. Dummerweise steht sie unter der Obhut ihres geierhaften Vormunds, des griesgrämigen Doktor Bartolo. Um die jungen Liebenden zusammenzubringen, greift Figaro tief in seine Trickkiste: Mit lustvoller List und clever inszenierten Verkleidungsspielen stürzt er alle in ein Chaos voller turbulenter Verwicklungen.

Das Original von Giovanni Paisiello (UA 1782) ist nun also endlich wieder zu erleben: im Schlosstheater Rheinsberg mit der Kammerakademie Potsdam unter der musikalischen Leitung von Werner Ehrhardt und in der Regie von Georg Quander. Für die Kostüme zeichnet Julia Dietrich verantwortlich. Die Produktion feiert ihre Premiere am Karfreitag, 3. April, um 19.30 Uhr, gefolgt von einer Zweitaufführung am Ostersonntag, 5. April, um 16 Uhr. Die Besetzung speist sich aus Preisträgerinnen und Preisträgern des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2025 – natürlich mit dem Besten, was der weltweite Opernnachwuchs zu bieten hat: Gevorg Ginosyan, Elias Ongay, Yuval Oren, Letícia Peixoto de Moraes, Gergely Kereszturi, Lucas López López, Maximilian Anger, Gabriel de Jesus, Xuan Peng und Alexander Caldwell.

Legendäre Figaro-Trilogie

Die der Oper zugrunde liegende Komödie bildet den ersten Teil der legendären Figaro-Trilogie des Dichters Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais: Er war mit dem Rheinsberger Preußenprinzen Heinrich gut befreundet – in Rheinsberg wurde das Schauspielstück bereits gespielt, bevor der frankophile Prinz seine erste Frankreichreise unternahm. Paisiello vertonte das von Giuseppe Petrosellini eingerichtete Libretto während seiner Zeit als Kapellmeister am Petersburger Hof Katharinas der Großen. Das Ergebnis war nicht weniger als eine der kommerziell erfolgreichsten Opern ihrer Zeit: Paisiellos größter Bühnenerfolg blieb populär, selbst nachdem Rossini über drei Jahrzehnte später seine heute allgegenwärtige Version aus der Taufe hob.

Der Lustspielstoff gilt als eine der vollendetsten französischen Intrigenkomödien des 18. Jahrhunderts und trägt deutlich vorrevolutionäre Züge. Er legt Machtspiele und Freiheitsdrang offen und stellt Fragen nach Autorität, Rollenbildern und gesellschaftlichen Netzwerken, die das Publikum auf seiner „Entdeckungsreise mit Heinrich und Wilhelmine“ – dem Saisonmotto der Kammeroper – begleiten sollen. Dieses Juwel fügt sich damit passgenau in das Programm der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2026 ein.

Ausblick: Das Frühlingsprogramm der Kammeroper Schloss Rheinsberg setzt sich mit der Programmreihe „Frauen am Hof“ vom 23. bis 25. April fort: Inspiriert von Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel, richtet sie den Blick auf weibliche Perspektiven in Geschichte und Gegenwart. In Konzerten mit dem Ensemble VocaMe sowie einem szenischen Konzertabend des Trio Gilu werden Komponistinnen und Dichterinnen von der mittelalterlichen Mystik bis zur Moderne in den Mittelpunkt gerückt.

TICKETS & PROGRAMMINFORMATIONEN
MUSIKKULTUR RHEINSBERG
Telefon: 033931 / 721 17 (Mo-Fr 10-15 Uhr)
Online-Buchung: www.kammeroper-schloss-rheinsberg.de
Mail: tickets@musikkultur-rheinsberg.de

Jelle Dierickx. Foto: Albert Heilmann