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Die Tage werden immer länger, unsere Tagesausflüge auch. Vor geraumer Zeit waren wir auf dem Gelände des Ziegeleiparks Mildenberg bei Zehdenick direkt an der Havel auf das Restaurant „Alter Hafen“ gestoßen. Und waren schon vom Äußeren und Inneren sehr angetan. Seinerzeit nicht hungrig, beließen wir es bei einem Getränk, merkten uns aber nach Blick in die verheißungsvolle Speisekarte die Adresse zwecks Rückkehr vor. Anfang des Monats zweiter Anlauf.

Die Ahnung, dass uns da Gutes aus der Küche auf den Tisch kommt, hat uns nicht getrogen. Und, um es vorweg zu nehmen, zu sehr vertretbaren Preisen. Mich hatte der Hafenkoch nach dem leckeren Gulaschsüppchen vom Bergsdorfer Wiesenrind mit den „Antipasti-Tellerchen mal anders“ endgültig am Haken. Wobei ich es bei Richards Wildbratwürstchen aus Dannenwalde auf Sauerkraut belassen habe. Sonst hätte ich den Hauptgang nicht mehr bewältigt. Zu gern hätte ich noch die in Sesam gebackene Regower Praline vom Ziegenfrischkäse mit Preiselbeeren und Feldsalat schnabuliert. Die Namen verraten es schon. Im „Alten Hafen“ wird auf Regionales gesetzt. Und das ist gut so! Die Ochsenbäckchen in Portweinsauce an Kartoffelsellerie und Buttermöhrchen haben das Mahl dann mehr als rund gemacht. Wobei es die Kohlroulade mit Wildhackfüllung sicherlich auch getan hätte.

Die Holde war auf kürzerem Wege unterwegs. Ihr mundete wenige Tage vor Lenzbeginn noch ein Wintersalat aus verschiedenen Blattsalaten, gebackenen Rote-Bete-Würfeln, Walnüssen, Weintrauben und Hüttenkäse. Dazu gab es eine Apfel-Zitronen-Vinaigrette und Hähnchenbrust-Streifen.

Sehr gepflegt auch die Getränke, wobei ich mir ein einheimisches Bier gewünscht hätte. Das sei in der Saison aus Templin zu haben, wurde mir von der überaus freundlichen und kommunikativen Bedienung versichert. Wir haben unseren Aufenthalt im „Alten Hafen“ bewusst ein bisschen in die Länge gezogen, weil wir uns von Anfang bis Ende wohlgefühlt haben. So habe ich mich noch mit einem Gläschen torfig-rauchiger Moor-Birne verwöhnt, wenn auch im Schwarzwald gebrannt.

Die Ausgewogenheit zwischen gehobener Gastronomie und Bodenständigkeit hat überzeugt. Wir kehren wieder und empfehlen das Restaurant, wobei im späteren Frühling und Sommer eine Tisch-Reservierung anzuraten ist. Dann kann der Gast so ganz nebenbei auch Boote gucken. Übrigens gibt es für größere Gesellschaften einen extra Saal. Und übernachten ist auch möglich.

www.alterhafen.de