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Glosse

In Wesenberg sind einem Wegweiser sensationell Beine gewachsen Und, weil dem so ist, benutzte er die Gehhilfen offenbar auch. Der Orientierer wanderte vom Start, wo man ihn eigentlich vermuten sollte, zum Ziel, wo er reichlich überflüssig ist. Sieht man mal davon ab, dass sich solchermaßen kontrollieren lässt, ob man zwischenzeitlich vom Pfad abgekommen ist. Aber, wer braucht denn am Ende sowas?

Der Spielplatz in der Wesenberger Siedlung wäre Durchschnitt und kaum die Wegweisung wert, wenn er nicht oberhalb der Woblitz liegen und damit begleitenden Erziehungsberechtigten einmalige Ausblicke über Wasser und Landschaft schenken würde, die Herz und Seele öffnen. Und genau dort, auf dem zweifellos ob seiner Lage Ausnahmeareal, werde ich per Infotafel darüber informiert, wie ich dorthin gekommen bin. Oder wäre. Von einiger Sinnlosigkeit, zumal ich ganz ortskundig auch noch den nicht beworbenen Weg genommen habe, sondern mit dem Enkelchen quer durch die Eigenheimstraßen unterwegs war. Aber auch ortsfremd und hintenrum hätte es mich nur mäßig interessiert, bei Erreichen des Spielplatzes bescheinigt zu bekommen, wie man ihn erreicht. Weil, da bin ich ja nun!

Rechercheur, der ich bin, habe ich mich zum beschriebenen Ausgangspunkt der empfohlenen Zuwegung begeben. Und in aller Sorgfalt auch noch meine Holde zwecks Gegenprobe in die Landschaft geschickt. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Übereinstimmendes Fazit: Der Wegweiser ist tatsächlich weggelaufen. Oder, er war nie da, wo er hingehört. Allerdings bin ich auch älter, als auf der Infotafel mit „Geeignet für Kinder bis 14 Jahre“ ausgewiesen. Vielleicht liegt es daran…