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Mirow staunte an diesem besonderen Abend gestern gewissermaßen über sich selbst: Das Bürgerbegegnungszentrum (BBZ) „Alte Feuerwehr“ war bis auf den letzten Platz gefüllt – und das aus gutem Grund. Erstmals gelang es den drei Vereinen Inselverein Mirow, Johanniter-Kirchturm-Verein und  Residenzschlossverein Mirow, eine gemeinsame Idee auf den Weg zu bringen, Sponsoren wie Owe Gluth und Michael Arndt zu gewinnen und gemeinsam mit Unterstützung der Stadt einen großartigen Konzertabend zu organisieren. Anlass war der neue Flügel, der künftig die kulturellen Angebote der Kommune bereichern wird. Die Mittel dafür hatten Vereine, Kommune und Sponsoren zusammengebracht.

Die Idee hinter dem Konzert war so einfach wie genial: begabte Hobby-Musiker aus der Region einzuladen und ihnen eine Bühne zu bieten. Den Auftakt gestaltete der 14-jährige Hannes Wodsedalek, Schüler des Carolinums, souverän am neuen Flügel, der von Klaviere & Flügel Katrin Schmidt aus Neustrelitz stammt. Gemeinsam mit dem 17-jährigen Caroliner Emil Weidhase aus Mirow, Sven Truderung – vielen als Geschäftsführer von ST-Computer bekannt – und Andreas Oehme, der sich selbst augenzwinkernd als „Neu-Mirower“ bezeichnet, entstand ein berührender erster Konzertteil. Zu hören waren Werke von Hans Zimmer, Ludovico Einaudi und Frédéric Chopin.

Nach der Pause hielt es Thomas Vogel aus Wesenberg nicht mehr auf seinem Platz. Er wollte – wie er sagte – unbedingt den neuen Flügel ausprobieren. Spontan spielte er ein eigenes Werk und leitete mit einem Jazzstück perfekt über zu Andreas Oehme, der anschließend mit Blues- und Jazzklassikern glänzte. Mit Titeln von Canned Heat, Johnny Burnett, Tom Waits und Joe Turner riss er das Publikum endgültig mit sich.

Bürgermeister hat einen Plan und lässt sich nicht aufhalten

Einer, der sich über diesen rundum gelungenen Abend besonders gefreut haben dürfte, ist Mirows Bürgermeister Henry Tesch. Axel Chudy, Vorstandsmitglied im Residenzschlossverein und langjähriger Wegbegleiter von Tesch, brachte es auf den Punkt: „Wenn man bedenkt, wie jemand zehn Jahre an einer Idee festhält und daran arbeitet, dass sich mitten im Herzen Mirows dieses Schlossensemble Stück für Stück entwickelt – trotz aller Widerstände –, dann versteht man, dass dieser Mann einen Plan hat und sich nicht aufhalten lässt. Dieser Abend ist wieder ein Beweis dafür.“

Und tatsächlich: Der Ort, das Zusammenspiel der Vereine, das Konzert, die Begeisterung im Publikum – mehr bürgerschaftliches Engagement geht kaum. Und heute Abend geht es schon weiter. Das BBZ „Alte Feuerwehr“ bleibt kultureller Hotspot: Die Kellerbühne FreiGespielt feiert mit ihrem Stück „Es fährt kein Zug nach Irgendwo“ Premiere. Beginn: 19.30 Uhr, Restkarten an der Abendkasse.

Dankeschön mit limitierter Mirow-Münze, an alle Pianisten überreicht durch die Vertreter der drei Vereine: von links Hartwig Grählert, Christa Grählert, Ulla Pape, Thomas Vogel, Hannes Wodsedalek, Andreas Oehme, Emil Weidhase, Sven Truderung und Henry Tesch.
Hannes Wodsedalek eröffnete souverän den Abend am neuen Flügel.
Emil Weidhase, bislang nur ePiano-Spieler, begeisterte am akustischen Flügel.
Sven Truderung, meisterlich spielend, sofort nah am Publikum.
Thomas Vogel, den es nicht mehr auf seinem Platz hielt und der spontan spielte.
Andreas Oehme, wie er leibt und lebt – energiegeladen mit Blues und Jazz.