Schlagwörter
Allerseelen, Dorfkirche, Frieden, Krieg, Lesung, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Striller, Wilhelm, Wustrow

Unter dem Motto „Allerseelen – Friedenswege“ laden Stefanie und Egbert Striller von der Galerie der Allee in Wustrow am 2. November um 16 Uhr noch einmal (Strelitzius berichtete) in die Dorfkirche ein. „Heimatstädte lagen in Schutt und Asche, Kriegskrüppel und Tote waren alltäglich, und nun, 2025, soll Deutschland kaum 80 Jahre später, wieder kriegstauglich werden? Wo es noch mittendrin ist, den Frieden zu üben! Pausenlose Luftwaffen- und Marinemanöver lassen keinen Zweifel am Ernst des Irrsins“, schreiben mir die beiden Aktivisten, „entsetzt von der Gegenwartspolitik“.
Die Strillers haben in ihrem Bemühen, den Zeitgeist friedlicher zu stimmen, den Journalisten und Autor Frank Wilhelm gebeten, aus seiner Buchreihe „1945 – Zwischen Krieg und Frieden – Zeitzeugen berichten“ auch in ihrem Heimatdorf zu lesen. Er hat zugesagt. Stefanie Striller folgt der mehrfachen Bitte, aus den Recherchen zum Todesmarsch von Ravensbrück durch Wustrow vorzutragen.
Die Wustrower fügen nicht von ungefähr an: „Wir laden alle, die gute Willens sind, zum Allerseelentag ein, einer alten, naturrhythmisch gegründeten Zeit der Besinnung.“
„Kriegstüchtigkeit“- dieses Wort mag bestimmt nicht allen gefallen. Es gibt zur Zeit viele merkwürdige Formulierungen. So habe ich heute in den sozialen Medien von einer weiteren seltsamen Wortschöpfung gelesen: „Friedenskitsch“. Nun weiß ich ja nicht, ob das stimmt, dass der SWR1 das Lied von Reinhard Mey „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ wirklich damit gemeint hat. Es fällt mir schwer, das zu glauben! Vielleicht kann ja Strelitzius mal recherchieren. Viele Grüße, und für Frieden und Völkerfreundschaft… Oh, Entschuldigung, das ist mir so herausgerutscht von früher her.
https://www.swr.de/swr1/bw/hitparade-2025-reinhard-mey-die-fakten-100.html
Wie naiv muss man sein, um den 2. Weltkrieg mit der heutigen Bedrohungslage gleichzusetzen? Die Heimatstädte lagen damals zu Recht in Schutt und Asche, weil Deutschland den 2. Weltkrieg entfachte. Heute ist Putin der eindeutige Aggressor, welcher die Ukraine tagtäglich mit Bomben überzieht und auch der EU direkt und indirekt droht. Putin will keinen Frieden, außer er bekäme zu 100 Prozent das, was er will. Deshalb geht meiner Meinung nach kein Weg vorbei an massiver Aufrüstung des Westens, um Putin seine Grenzen aufzuzeigen.
Einerseits kann ich die Gefühle, das Entsetzen, nachvollziehen. Ich bin friedensbewegt in der Kirche zu DDR-Zeiten sozialisiert worden. Habe den Wehrdienst verweigert. Mir kommt andererseits zu kurz, wer hier die europäische Nachkriegsordnung oder besser Friedensordnung brutal zerbombt. Das ist Putin. Und so sehr mir der Gedanke des Pazifismus sympathisch ist, dürfen wir doch nicht die Ukraine der Herrschaft Putins zum Fraß vorwerfen. Wenn schon Veranstaltung in einer Kirche, dann mit Gebet um Frieden, um Einsicht bei den Mächtigen, um Solidarität mit den Geschundenen.
Ja, Putin ist ein Agressor und ist derzeit ganz offensichtlich nicht an einer Lösung des Konflikts interessiert – wie übrigens gerade am Beginn dieses Krieges die Ukraine, die USA und Westeuropa! Auch stört mich, dass niemand mehr die Fehler des Westens beim Zusammenbruch des sozialistischen Lagers und vor allem der SU auch nur erwähnt! Als Gorbatschow mit einseitiger Abrüstung erstaunte und mit offenen Armen auf die Europäer zuging, ließen wir ihn im Regen stehen!
Stattdessen trieb man die Osterweiterung zügig voran – bis an die Grenzen Russlands! Wie war doch gleich das Verhalten unseres großen Bruders USA, wenn man in ähnlicher Weise bei ihm verfährt? Vielleicht sollte man mal wieder mehr in die Geschichtsbücher schauen? Ich bin absolut entsetzt über die Art der Kriegsvorbereitungen, die unser Land nun vorantreibt! Eine Wortschöpfung wie „Friedenskitsch “ macht mich fassungslos!