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Fußball, Mecklenburg-Strelitz, Oberliga Nord, S.D. Croatia Berlin, Spielbericht, TSG Neustrelitz

Die rund 350 Zuschauer im Neustrelitzer Parkstadion sind heute Nachmittag gleich doppelt enttäuscht worden. Nicht nur, dass sich die TSG Neustrelitz und S.D. Croatia Berlin ein qualitativ unterirdisches Spiel lieferten. In der 88. Minute gelang den Gästen auch noch der Siegtreffer. Gleich vier TSG-Spielern gelang es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu bekommen. Konfuser ging es nicht. Stattdessen landete das Leder irgendwie bei Metsaguim Dorian Kenfack, und der hatte keine Mühe einzunetzen. Ein Glückstreffer, alles andere als verdient. Zu allem Überfluss fing sich im Kartenregen von Schiri Tom Heilmann kurz vor Abpfiff Marius Schreiber auch noch Gelb-Rot ein, aber da war der Drops ohnehin schon gelutscht. Die Residenzstadtkicker haben den großen Tabellensprung vergeigt, schlichtweg nicht geliefert.
In der an Torchancen armen Partie hatten die Gastgeber in der ersten Halbzeit drei Mal die Möglichkeit sich abzusetzen. Zunächst waren die Neustrelitzer in der 20. Minute mit gleich zwei Mann durch, der gegnerische Keeper Pascal Kühn einen Tick schneller, Zentimetersache. Zehn Minuten später eine riesige Gelegenheit für Remmy Jason Orlando Kruse allein vor Kühn, tolle Parade des Croatia-Schlussmanns. Als Nächster scheiterte Shamil Zirarov am guten Torwart der Berliner. Irgendwie wünschte man sich den an der Schulter verletzten TSG-Torjäger Manuel Härtel herbei. Eine Bude hätte der abgezockte Stürmer aus den drei Möglichkeiten mit ziemlicher Sicherheit gemacht.
Noch ein Hoffnungszeichen eingangs der zweiten 45 Minuten: Kevin Akogo bricht durch, flankt Kruse an, wieder ist Kühn dazwischen. Luca Müller wurde in der 64. Minute eingewechselt, sorgte für etwas Belebung, versuchte sich mit zwei Fernschüssen, der Rest ist Schweigen.
Viel vorgenommen und letztlich verkrampft
Die Kapitänsbinde trug heute Maik Frühauf, Nils Röth hütete erkrankt die Reservebank und kam erst kurz vor Feierabend mit Hoffnung auf seine Kopfballstärke auf den Rasen. „Wir sind unter unseren Möglichkeiten geblieben. Zu Hause wollten wir natürlich gewinnen, hatten uns viel vorgenommen und haben letztlich verkrampft gespielt“, so Frühauf im Gespräch mit mir. „Wir waren zu unruhig am Ball und haben im letzten Drittel oft die falschen Entscheidungen getroffen. Hinten haben wir bis auf das Gegentor eigentlich nichts zugelassen. Es ist einfach nur ärgerlich. Schade, dass wir die Punkte nicht geholt haben.“
„Es war ein ganz schlechtes Spiel von beiden Seiten, das eigentlich ein 0:0 verdient hätte“, so TSG-Coach Thomas Franke gegenüber Strelitzius. „Wir hatten die besseren Möglichkeiten, wenn auch wenige, und dann machen wir so einen amateurhaften, eklatanten Fehler. Da bin ich diesmal auch klar in der Ansprache, es nervt einfach. Leute reden, quatschen, sind unzufrieden, und dann liefern sie nicht. Ich will jetzt keine Namen nennen, es kann sich jeder selbst hinterfragen, und fertig.“
Präsident Manke: Bei den Zuschauern entschuldigen
Lange Gesichter auch bei den TSG-Offiziellen auf der Tribüne. „Wir hatten gegen den Tabellenvorletzten eigentlich einen Sieg eingeplant und wollten auf Rang 4 vorstoßen. Was wir tatsächlich gesehen haben, war ernüchternd“, schätzte Präsident Nico Manke mir gegenüber ein. „Das Gegentor in seiner Entstehung war bezeichnend für die 90 Minuten, die wir heute auf dem Platz gesehen haben, und das von beiden Mannschaften. Bei den Zuschauern können wir uns für die fußballerische Leistung nur entschuldigen.“
Die TSG Neustrelitz rutscht nach der Heimniederlage auf Platz 10 der Tabelle ab. Nächster Gegner ist am kommenden Sonnabend im MV-Derby auswärts Anker Wismar (3.). Bleibt zu hoffen, dass sich die Strelitzer Jungs rechtzeitig vor der Begegnung mit dem Tabellendritten neu motivieren können.


