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Fußball, Mecklenburg-Strelitz, Oberliga Nord, Spielbericht, SV Siedenbollentin, TSG Neustrelitz

Unsere Oberliga-Fußballer der TSG Neustrelitz haben gestern Abend im Parkstadion beim 3:2 (2:2)-Erfolg gegen den SV Siedenbollentin (Strelitzius berichtete kurz) eine über weite Strecken bärenstarke Vorstellung abgeliefert und sich die drei Punkte redlich verdient. Vor allem in der ersten Halbzeit ließen die Gastgeber keinen Zweifel daran, wer Chef auf dem Rasen ist. Bezeichnend, dass die Gäste erst nach mehr als 30 Minuten zum ersten Eckstoß kamen.
Manuel Härtel, mit seinem Pflaster am Kopf noch ein bisschen lädiert aussehend, was ihm aber nicht anzumerken war, sorgte für die frühe Führung. In der 10. Minute wurde er an der Strafraumgrenze bestens bedient, konnte geradewegs auf den gegnerischen Kasten zustürmen und ungehindert unten links einschieben. Was die bestens aufgelegte Elf von Coach Velimir Jovanovic noch dominanter machte. Aber auch ein bisschen leichtsinnig. In der 13. Minute gibt die Unparteiische Jette Wolf wegen Abseitsstellung ein Gegentor der Siedenbollentiner nicht, und in der 16. Minute landet ein eigentlicher Rückpass zu TSG-Schlussmann Nicolas Jesus Delpino an der Latte des Neustrelitzer Gehäuses.
In der 38. Minute staubt Marius Schreiber mühelos ab, nachdem „Bolles“ Schlussmann Mika Schneider den Ball nicht festhalten kann. Tosender Beifall für die TSG Neustrelitz beim Gang in die Kabine und erste Stimmen auf den Rängen, dass das Ergebnis in der zweiten Hälfte nur noch höher für die Residenzstädter ausfallen könne.
Gäste kommen mit zwei Treffern zum Ausgleich
Aber, Totgeglaubte leben länger. Nun machten die Siedenbollentiner das Spiel und kamen durch Treffer von Kapitän Mike Eglseder (57.) und Daniel Eidtner (73.), der bei seinem Solo gleich drei Neustrelitzer aussteigen ließ, sogar zum Ausgleich. Aber die TSG gab sich nicht auf, fing sich wieder und hatte nur drei Minuten nach dem 2:2 die passende Antwort parat. Manuel Härtel kurbelt zunächst einen schnellen Konter an, läuft bis zur Grundlinie durch, findet noch keinen Anspielpartner. Dann Ecke, und Jean-Luca Beck steht am langen Pfosten goldrichtig zum Einnetzen.
In der Schlussphase noch viel Hektik, aber die Neustrelitzer lassen sich den Sieg mit Fortuna zur Seite nicht mehr aus der Hand nehmen. Die rund 600 Zuschauer dürften voll auf ihre Kosten gekommen sein, ein großartiger Fußballabend. Keeper Delpino, der mit einer Glanzparade das 3:2 für die Siedenbollentiner verhindert hatte, im Schlusskreis der TSG: „Wenn wir uns weiter so reinhängen wie heute, werden wir eine richtig gute Saison spielen.“ Die hat eben erst begonnen, aber was die Strelitzer Jungs gestern bereits gezeigt haben, macht unbedingt Lust auf mehr.
Coach Jovanovic: Angeknockte Boxer sind gefährlich
Velimir Jovanovic sagte mir nach der Partie: „Ich habe eine klar bessere Mannschaft gesehen, und das waren wir. Wir waren die, die von Anfang an den Ball haben wollten und verdient mit 2:0 in Führung gegangen sind. Aber so ein 2:0 ist mit der gefährlichste Zwischenstand, den man im Fußball haben kann. Ein angeknockter Boxer ist gefährlich, und das war Siedenbollentin. Wir hatten versucht die Zeit zu überstehen, haben aber die Gegentreffer kassiert, da waren wir zu nachgiebig. Wir müssen konzentriert bleiben bis zum Schluss. Am Ende haben wir uns für die erste, wirklich geile Halbzeit mit dem dritten Tor belohnt und sind als Sieger vom Platz gegangen.“
Dann habe ich zum ersten Mal mit unserem frischgebackenen Kapitän Will Anderson Siakam gesprochen. „Das war ein toller Fight, so müssen Derbys aussehen. Wir hatten Riesenbock auf die Partie, zumal wir zu Hause gespielt haben, und haben das auch gezeigt. Fast jeder Zweikampf wurde von uns gewonnen. Nach der 2:0-Führung haben wir ein bisschen lockergelassen, uns zwei Gegentore eingefangen, aber wir haben nicht losgelassen. Erster Sieg, und das vor eigenem Publikum, die ersten drei Punkte, wir sind alle glücklich.“
Sprecher Neubauer: Sehr ansehnliche Spielpassagen
Das letzte Wort hat TSG-Sprecher Stephan Neubauer von mir bekommen: „Das war genau die richtige Reaktion auf die Auswärtspleite bei Lichtenberg 47. Wir haben eine richtig gute, effektive erste Halbzeit der TSG gesehen. Dass sie dann Anfang der zweiten Hälfte etwas beeindruckt war, ist sicherlich aufzuarbeiten. Der Sieg geht in der Höhe und auch vom Spielverlauf her in Ordnung. Unsere Mannschaft hat 90 Minuten lang geackert, sehr ansehnliche Spielpassagen gezeigt, und das macht Hoffnung für die nächsten Partien.“
In einer Woche, am 22. August, spielt die TSG Neustrelitz um 13 Uhr im Landespokal beim SV Blau-Weiß 50 Baabe. Am 28. August steht das nächste Punktspiel an. Die Strelitzer Jungs gastieren ab 19 Uhr bei den Optikern aus Rathenow.




