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Landestheater, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Schauspiel, Uraufführung, Wege übers Land

Das Neustrelitzer Publikum hat am gestrigen Abend mit der Uraufführung des Epos „Wege übers Land“ nach dem Roman von Helmut Sakowski eine Sternstunde des Theaters erlebt. Mit minutenlangen stehenden Ovationen und Hochrufen feierten die Premierengäste das Ensemble für die so gelungene Aufführung. In den mehr als fünf Stunden Spieldauer, unterbrochen von drei Pausen, bot die Inszenierung durchgehend höchstes Schauspielniveau. Also, eigentlich fünf Sternstunden…
Maik Priebe hat die Vorlage Sakowskis für die Bühne bearbeitet und damit einmal mehr seine Regie-Qualitäten unter Beweis gestellt. So mancher Zuschauer hatten sich „Wege übers Land“ im Theater nicht vorstellen können. Die Spannung der Premierengäste, auch durch die legendäre Verfilmung mit Ursula Karusseit in der Rolle der Gertrud Habersaat geprägt, war groß und schlug schnell in Begeisterung um. Was da im Landestheater geboten wurde, ging unter die Haut, brannte sich ein, war spektakulär und nach Verlassen der Spielstätte längst nicht abgehakt. Priebe sagt von sich selbst, dass er in seiner Arbeit als „Ermöglicher“ denke und handele. Mit den „Wegen übers Land“ im Landestheater Neustrelitz, einem Stück deutschen Lebens, ist er seinem Anspruch auf jeden Fall gerecht geworden.
Schauspielensemble durch Gäste verstärkt
Stephanie Schönfeld als Gast spielt die Gertrud Habersaat zwischen Stärke und Verletzlichkeit hinreißend, ihr zur Seite als Mutter keine Geringere als Angelika Waller. Mit Christian Ehrich als Emil Kalluweit und Niklas Kohrt als Jürgen Leßtorff sowie Thomas Harms, der in gleich mehreren Rollen, verstärken weitere Gäste das Neustrelitzer Schauspielensemble. Erik Born spielt den Kommunisten Willi Heyer großartig und legt mit Karin Hartmann, Josefin Ristau, Lisa Scheibner, Marie Nadja Haller und Thomas Pötzsch für die Neustrelitzer Schauspielgilde Ehre ein. Außerdem stehen Studierende der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ im Ensemble, auch das ein Glücksgriff.
Annett Hardegen hat als Gast die Dramaturgie besorgt. Unbedingt nachzulesen ihr Gespräch mit Maik Priebe im Programmheft. Eine Klasse für sich Bühnenbild (Susanne Maier-Staufen) und Kostümbild (Christine Jacob).
Helmut Sakowski, geboren 1924 in Jüterbog, ist 2005 in Wesenberg verstorben. Es hätte ihm mit Sicherheit gefallen, dass seine „Wege übers Land“ nun auch das Theater erobert haben. Weitere Aufführungen am 4. und 11. April, jeweils um 18 Uhr, sowie am 1. Mai um 16 Uhr. Dazwischen am 29. April um 9.30 Uhr eine Schulvorstellung.








Vielen Dank für diese Kommentierung des Theatergroßereignisses in Neustrelitz. Auch darüber hätte sich der Autor, Helmut Sakowski, sicher sehr gefreut. Und eine Verbeugung vor den Schauspielerinnen – allen voran Stephanie Schönfeld – und Schauspielern für ihre großartige Kunst. Herzlichen Dank an alle, die dies ermöglicht haben, einen besonderen Dank an Schauspieldirektor Maik Priebe.