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Der erste Spatenstich: Johannes Mahner (ASA Bau), Dr. Uwe Kumm, Frank Süsser, Dr. Wolfgang Blank, Henry Tesch, Torsten Koplin (Landtag MV), Ulrike Schielke-Ziesing (Bundestag), Johannes Arlt (ehemals Bundestag), Annemarie Schaak (Straßenbauamt Neustrelitz, von rechts).

An der Kreisstraße MSE 18 zwischen Mirow und Lärz ist heute Mittag feierlich der erste Spatenstich für die Ortsumgehung Mirow im Zuge der Bundesstraße B 198 vollzogen worden. Mehr als 100 Gäste erlebten die Zeremonie mit, darunter Vertreter der Politik, des Straßenbauamtes Neustrelitz und der Bürgerinitiative für die Ortsumgehung. Eingeladen hatten das Bundesministerium für Digitales und Verkehr und das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.

Nach der Begrüßung durch Jens Krage, Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz, sprachen Frank Süsser, Referatsleiter im Bundesministerium, und Landesminister Dr. Wolfgang Blank. Der Gast aus Berlin stellte heraus, dass der Bund bereits 2015 die Mittel für die Ortsumgehung bereitgestellt hatte. Nun habe er es ein zweites Mal getan, nachdem auf gerichtlichem Weg Einsprüche geprüft und Planungen des Landes angepasst wurden. Leider hätten sich die Kosten in diesem Jahrzehnt verdoppelt. Dennoch sei es gut angelegtes Geld, die Ortsumgehung von hohem Wert für Verkehr wie für Mirow. Durch das zügige Zusammenspiel zwischen Bund und Land in der finalen Phase sei es gelungen, das Großprojekt noch vor der vorläufigen Haushaltsführung des Bundes etatmäßig abzusichern.

„Das ist ein besonderes Ereignis für die Stadt Mirow und die Region. Der Spatenstich zur Ortsumgehung Mirow markiert nicht nur den sichtbaren Start einer lang ersehnten Baumaßnahme. Der Bau der Ortsumgehung ist auch das Ergebnis langer Planung und des großen Engagements vieler Beteiligter – das ist ein ganz wichtiger Tag für Mirow und für viele, die hier heute sind. Mirow wird verkehrssicherer, zu­kunftssicherer und noch lebenswerter“, so im Anschluss der Minister.

Fünf Jahre Bauzeit veranschlagt

Die komplexe Baumaßnahme im Auftrag des Bundes hat ein Volumen von rund 58 Millionen Euro. Die Ortsumgehung Mirow im Zuge der Bundesstraße B 198, für die fünf Jahre veranschlagt sind, wird südlich und westlich an der Ortschaft Mirow auf eine Länge von 8,3 km vorbeiführen. Sie erhält einen zweistreifigen Querschnitt mit einer Fahrbahnbreite von acht Metern. Die Ortsumgehung quert in ihrem Verlauf die Landesstraße L 25, die Kreisstraßen MSE 18 und 20, zweimal die Müritz-Havel-Wasserstraße sowie die Starsowniederung. Anbindungen zum öffentlichen Straßennetz sind jeweils am Bauanfang und Bauende an der Bundesstraße B 198, an der Landesstraße L 25 und an den Kreisstraßen MSE18 und 20 geplant. Der Knotenpunkt B198/L25 wird mit einer Ampelanlage ausgestattet. Alle an­deren Knotenpunkte sind vorfahrtgeregelt.

„Die Infrastrukturmaßnahme Ortsumgehung Mirow gehört zu den planungsintensivsten Straßenbauvorhaben in ganz Meck­lenburg-Vorpommern und besitzt eine dementsprechend sehr lange Planungshistorie“, betonte Minister Dr. Blank. Im Zuge der Ortsumgehung werden insgesamt neun Brückenbauwerke errichtet. Das größte Bauwerk über die Müritz-Havel-Wasser­straße wird eine lichte Weite von rund 88 Metern haben.

Zum Abschluss dankte Verkehrsminister Dr. Blank allen, die in den vergangenen Jahren zu dem Gelingen des Projekts bei­getragen haben: den Planern und Ingenieuren, den Verant­wortlichen in der Straßenbauverwaltung des Landes, den Ver­antwortlichen im Bundesverkehrsministerium, den politischen Vertreterinnen und Vertretern auf allen Ebenen und den Bür­gerinnen und Bürgern, die sich mit großem Engagement für die Ortsumgehung eingesetzt haben.

Jens Krage sprach unter Verweis auf die lange Geschichte seiner Behörde die Hoffnung aus, dass kein neuer Krieg wieder zerstöre, was in den nächsten fünf Jahren rund um Mirow gebaut werde. Er würdigte alle Mitarbeiter des Straßenbauamtes, darunter bereits Ruheständler, die das Großprojekt über die vielen Jahre begleitet haben. Es wird das letzte dieser Dimension für die Neustrelitzer sein, Straßenbau-Großprojekte sind nun behördlich in Schwerin angesiedelt.  

Wir haben uns konstruktiv und klug angestellt

„Nach Jahrzehnten Ziel erreicht“, sagte mir Bürgermeister Henry Tesch. „Wir haben uns bei allen zu bedanken. Vor allem die BI hat hier ganze Arbeit geleistet, aber auch der von uns initiierte strukturierte Dialog mit dem Ministerium und dem Straßenbauamt hat zum Erfolg geführt. Wir haben uns alle konstruktiv und klug angestellt. Bleibt zu hoffen, dass die Baumaßnahme im Zeitplan bleibt. Zum anderen ist das Umfahren gut, aber wir wollen auch die Innenstadt beleben, damit die Touristen und Besucher weiter nach Mirow kommen.“

„Für die Bürgerinitiative, für die Einwohner, aber auch für die Gäste unserer Stadt ist das heute ein toller Tag“, ergänzte im Gespräch mit Strelitzius Dr. Uwe Kumm, 1. Sprecher der BI. „Ein langer, langer Planungsprozess ist mit dem Spatenstich zu Ende gegangen. Die Bauarbeiten starten. Wir sind sehr froh darüber, aber es bleibt ein nicht gerade kleiner Wermutstropfen. Warum musste dieser Prozess 30 Jahre dauern? Mein Eindruck ist, dass überbordende Bürokratie und unendliche Einspruchs- und Klageverfahren die Planungsprozesse so kompliziert machen, dass sie am Ende nicht mehr beherrschbar sind. Wir haben es geschafft, wir sind durch, und in fünf Jahren wollen wir die Umgehungsstraße in Betrieb nehmen.“     
                       

Foto mit Vertretern der Mirower Bürgerinitiative
Jens Krage bei der Begrüßung