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Arbeitsmarkt, Biercher, Blank, Fasler, Mecklenburg-Vorpommern, Ypsomed
Im Rahmen ihrer Bilanz-Pressekonferenz stellten Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, und MV-Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank gemeinsam mit Ralph Fasler, Head of Manufacturing der Ypsomed AG, die Arbeitsmarktdaten für das Jahr 2024 vor und formulierten ihre Erwartungen für das Jahr 2025. Bewusst in und mit der Ypsomed AG, die seit 2019 mit der Ypsomed Produktion GmbH in Schwerin ansässig ist und dort bedeutend investiert hat. Damit schafft das Unternehmen langfristig sichere Arbeitsplätze.
„Für das Jahr 2024 muss ich eine differenzierte Bilanz aufmachen“, beginnt Markus Biercher und skizziert zunächst Faktoren, die das Arbeitsmarktgeschehen grundsätzlich beeinflussen: „Die gesamtwirtschaftliche Lage mit schwacher Binnennachfrage, hohen Energiepreisen und einer sinkenden Exportwirtschaft hat unseren Arbeitsmarkt in die Zange genommen und verantwortet den leichten Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern um 3.800 (0,6 Prozent) auf nunmehr 577.300. Parallel stieg die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit auf 64.900. Das ist ein Anstieg um 1.800 oder 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert.
Mecklenburg-Vorpommern schlägt sich mit dem zweitniedrigsten Anstieg aller Bundesländer verhältnismäßig gut, weil sich die Auswirkungen der kriselnden Automobilindustrie plus Zulieferfirmen hier im Nordosten kaum bemerkbar machen.“
Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern: „Der „Fachkräftemangel“ bleibt die größte Herausforderung für unsere Wirtschaft. Eine Antwort ist eine neue, ausgeprägte Weiterbildungskultur – die stetige berufliche Weiterbildung ist in Zukunft noch wichtiger. Ein zweiter, entscheidender Baustein ist die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland. Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, den Wirtschaftskammern und der Zentralen Ausländerbehörde starten wir deshalb jetzt die Fachkräfte-Service-Zentrale Mecklenburg-Vorpommern (Strelitzius berichtete).
Für Markus Biercher sind und bleiben die Rahmenbedingungen zunächst auch 2025 herausfordernd, weil sie Beschäftigte, Arbeitsuchende und Unternehmen gleichermaßen betreffen: „Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat zwar an Dynamik verloren, weil 2024 konkret weniger Stellen gemeldet wurden und Bewerberinnen und Bewerber intensiver suchen mussten, aber auch in diesem Jahr werden jeden Monat tausende Jobs neu gemeldet und zu besetzen sein!“ Statistische Auswertungen unterstreichen seine Aussagen: Im vergangenen Jahr wurden den Arbeitsagenturen 33.000 sozialversicherungspflichtige Jobs gemeldet, das waren 2.900 oder 8,1 Prozent weniger als 2023. „In diesem Jahr rechne ich, trotz schwieriger Marktlage, dass wir das Niveau vom Vorjahr halten können“, zeigt sich Biercher optimistisch und skizziert zusätzlich drei Aspekte der aktuellen und zukünftigen Fachkräftesicherung im Land:
Unternehmen sollten sich dreimal überlegen, ob sie ihre langjährige Arbeits- und Fachkraft entlassen, weil 154.000 Beschäftige 55 Jahre und älter sind und zeitnah in den Ruhestand wechseln werden. Personelle Engpässe sind vorprogrammiert.
- Die berufliche Aus- und Weiterbildung von Arbeitsuchenden hat für die regionalen Arbeitsagenturen höchste Priorität. Mit über 121 Millionen Euro werden wir bewährte Arbeitsmarktinstrumente bedienen, die die Arbeitsaufnahme zum Ziel haben.
- Ausbau der „Berufsberatung im Erwerbsleben“, die zum Ziel hat, dass Beschäftigte, die sich neu orientieren müssen oder den Wiedereinstieg suchen, informiert und beraten werden.
Gemeinsames Statement
Die drei Arbeitsmarktexperten wissen um die Herausforderungen des Arbeitsmarktes in Mecklenburg-Vorpommern, fordern aber zusätzliche Anstrengungen, um den Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung zu verbessern:
„Unsere Beschäftigten verfügen im großen Maße über eine hohe fachliche Flexibilität und regionale Mobilität. Oft wichtige Grundvoraussetzung in einem Flächenland, um freie Jobs in Unternehmen besetzen zu können. Diese Faktoren spielen mit Blick auf gesuchte Nachwuchskräfte in allen Unternehmen und Verwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern eine besonders wichtige Rolle. Folglich müssen wir unseren Jugendlichen attraktive Berufseinstiege bieten und wenn notwendig mit kreativen Ideen dafür sorgen, das Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zusammenkommen. Mit günstigem Wohnraum, Zuschüssen zu Fahrtkosten und mehr Praktikumsplätzen während aber auch nach der Schulzeit wäre sehr viel gewonnen.“
Zur Ypsomed Gruppe:
Ypsomed ist die führende Entwicklerin und Herstellerin von Injektions- und Infusionssystemen für die Selbstmedikation und ausgewiesene Diabetesspezialistin. Als Innovations- und Technologieführerin ist sie bevorzugte Partnerin von Pharma- und Biotechunternehmen für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme zur Verabreichung von flüssigen Medikamenten. Seit 2019 ist das Schweizer Medizintechnikunternehmen mit der Ypsomed Produktion GmbH in Schwerin ansässig.
Arbeitslosenzahlen: Jahresdurchschnitt 2024 zu 2023
- insgesamt 64.900 / +1.800 oder +2,8 Prozent
- Langzeitarbeitslosigkeit: 24.500 / +1.400 oder + 5,9 Prozent
- Unter 25: 6.800 / +500 oder +8,3 Prozent
- 55 Jahre und älter: 18.100 / +700 oder +4,2
- Menschen mit Behinderung: 4.100 / -10 oder -0,2 Prozent
- Ausländer: 11.500 / +700 oder +6,5 Prozent
- Arbeitslosenquote: 7,9 Prozent, im Vorjahr: 7,7 Prozent
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung 2024 zu 2023
- 577.300, Rückgang um -3.800 oder -0,6 Prozent
- Gesundheits- und Sozialwesen: +2.100
- Öffentliche Verwaltung: +500
- Informatik und Kommunikation: +500
- Baugewerbe: -1.500
- Arbeitnehmerüberlassung: -1.400
- Handel: -800
- Verarbeitendes Gewerbe: -800
Bestand: sozialversicherungspflichtige Stellenangebote 2024 zu 2023
- 16.000 / -1.800 oder -10,1 Prozent; Schwerpunkte: Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe, Handel, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, sowie Bau- und Gastgewerbe
