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Verabschiedet: Justin Schultze, Kevin Riechert, Dávid Daròczi, Tino Schmunck, Emiliano Zefi, Marcus Niemitz und Rei Oami (von links). Rechts Nico Manke, neben ihm hinten Hauke Runge.

Freude und Wehmut lagen gestern Abend im Neustrelitzer Parkstadion dicht beieinander. Einerseits boten die Oberliga-Kicker der TSG Neustrelitz beim 4:0 über Anker Wismar eine reife Leistung (Strelitzius berichtete bereits kurz). Andererseits galt es beim letzten Heimspiel der Saison Abschied zu nehmen von nicht weniger als acht Akteuren. Kevin Riechert, Tino Schmunck, Emiliano Zefi, Marcus Niemitz, Justin Schultze, Dávid Daròczi und Rei Oani sind das letzte Mal vor den Neustrelitzer Fans aufgelaufen. Präsident Nico Manke und Altpräsident Hauke Runge dankten den Jungs für ihre Verdienste um die Mannschaft und den Fußball in der Residenzstadt.

Die erste Halbzeit kam daher wie so viele in dieser Spielzeit zuvor. Das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. Die TSG Neustrelitz erspielte sich gleich mehrere sehr gute Chancen. So hatte Manuel Härtel von der ersten Spielminute an gleich mehrere „Riesen“, aber es sollte nicht sein. Entweder fehlten die berühmten Zentimeter, oder er scheiterte durchgebrochen am sehr gut parierenden Schlussmann der Wismaraner Hajo-Michel Kurth. Zugleich zeigte sich aber auch, dass sich die Gäste nicht verstecken wollen. In einem offenen Schlagabtausch hatten auch sie ihre Möglichkeiten, so in der 43. Minute, und TSG-Keeper Justin Borchardt konnte sich auszeichnen.

Rei Oami

Ein anderes Bild dann nach dem Seitenwechsel. Die Anker-Kicker können in der 50. Minute im eigenen Strafraum nicht richtig klären, der Ball gelangt zu Rei Oami, der macht noch zwei, drei Schritte und zieht aus vielleicht 13 Metern flach in die rechte untere Ecke ab. Was für ein Glück für den Samurai an diesem für ihn so ganz besonderen Tag.

In der 64. Minute ein Sturmlauf von Justin Schultze. Der dribbelstarke Offensive umkurvt gleich mehrere Wismaraner und spielt exakt auf den mitgelaufenen Tobias Teetz. Der netzt in der 64. Minute ein. Und dann trifft Manuel Härtel doch noch, und das eindrucksvoll. Er nimmt einen hoch nach vorn geschlagenen Ball gekonnt an, überspielt den gegnerischen Torwart und macht allein vor dem Kasten das 3:0 in der 75. Minute. Ein geiler Treffer! Dustin Keil, wie Teetz in der zweiten Hälfte eingewechselt, steht in der 87. Minute goldrichtig und macht unter dem Jubel der Zuschauer den Sack zu. „Wir sind stolz auf euch“, ist auf einem Transparent der Fans zu lesen. Die Gäste haben bis zum Schluss mitgehalten und attraktiven Fußball geboten.

Wir werden ihn vermissen: Marcus Niemitz mit viel Beifall bedacht

Bei seiner Auswechslung war Marcus Niemitz mit viel Beifall von den Zuschauern bedacht worden. Er hat in seiner Neustrelitzer Zeit unermüdlich gerackert, extrem viel für sein Team getan und war wieselflink bei den meisten Treffern der Vorlagengeber. Für die TSG Neustrelitz mit Blick auf die nächste Saison der vielleicht größte Verlust. Niemitz wechselt nach Eilenburg und läuft in der Regionalliga auf. „Ich bedanke mich für die wunderschönen drei Jahre hier in Neustrelitz. Die Fans waren immer super drauf, haben uns immer unterstützt, dafür bin ich sehr dankbar“, sagte er im Gespräch mit mir. „Ich werde Neustrelitz vermissen und nie vergessen.“ Wir ihn auch!

Thomas Franke

Coach Thomas Franke hat das Strahlen gestern nach Abpfiff gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. „Die erste Hälfte war nicht so gut, damit war ich nicht zufrieden. Ich wollte den Jungs aber keine große Ansprache machen, wollte, dass das heute ihr Moment ist. Die Eigeninitiative von meinen Spielern war da, sie haben es in der zweiten Hälfte deutlich besser gemacht. Wismar war ein guter Gegner, das Ergebnis ist vielleicht etwas zu hoch ausgefallen, aber wir nehmen das gern mit und sind überglücklich, dass wir das letzte Heimspiel so gestalten konnten“, so mein Blogpartner bei der Auswertung mit Strelitzius.

„Wir können natürlich zufrieden sein, dass wir beim letzten Heimspiel eine solche Leistung abgeliefert haben“, sagte mir der Sportliche Leiter der TSG Lothar Hamann. „Ein sehr guter Abschluss zu Hause. Aber wir haben noch ein Spiel vor uns, und da wollen wir mal sehen, ob wir gegen Lichtenberg 47 die Meisterschaft noch beeinflussen können.“

Manuel Härtel bereitet mit einem Heber sein spektakuläres Tor vor.
Wird immer besser: Rechtsaußen Javier Alejandro Jimenez Paris.
Zeigte starke Präsenz und belohnte sich mit einem Treffer: Dustin Keil.
Gleich vier Mal gab es Grund zum Torjubel.