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Agentur für Arbeit, Arbeitslosigkeit, Jobs, Mecklenburgische Seenplatte, Statistik
Im Dezember waren im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte 393 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im November, insgesamt 11.615. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,1% oder einem Plus von 0,2% gegenüber dem November. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres waren es 243 Arbeitslose oder 2,1% mehr. Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Dezember recht unterschiedlich. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit im Geschäftsstellenbezirk Neustrelitz; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 3%. Dem gegenüber steht die Entwicklung im Bezirk der Geschäftsstelle Malchin mit einer Zunahme von 7%.
Arbeitsagentursprecher Ronny Steeger erläutert: „Im Dezember verzeichnet der Arbeitsmarkt im Landkreis einen vergleichsweisen geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser Anstieg ist auf übliche witterungs- und branchenabhängige Faktoren zurückzuführen und stellt eine normale Entwicklung in den winterlichen Monaten dar.“ Interessant ist ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre. „Im längerfristigen Trend lässt sich feststellen, dass die Arbeitslosigkeit im Dezember im Vergleich zum Vormonat November durchschnittlich um 489 Personen gestiegen ist. Allerdings haben das Weihnachtsgeschäft und der milde Dezember dazu beigetragen, dass der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Dezember dieses Jahres – mit einem Plus von 393 gegenüber dem Vormonat November – unter dem Niveau der vergangenen fünf Jahre geblieben ist.“
„Erfreulich ist auch“, kommentiert der Agentursprecher, „dass die Anzahl der Arbeitslosmeldungen nach Entlassung im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen ist (-25 oder -2,6%). Steeger betonte nachdrücklich, dass „noch nie so wenige Menschen aus Jobs in die Arbeitslosigkeit gegangen sind, wie es in diesem Jahr der Fall ist.“ Die Fachkräfteknappheit“, so Steeger weiter, „stellt Betriebe vor Probleme, weshalb sie bestrebt sind, ihr Personal solange wie möglich zu halten, da sie wissen, dass qualifizierte Beschäftigte bei verbesserter Geschäftslage nur schwer zu gewinnen wären. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften kann erhebliche Einbußen auf Seiten der Unternehmen bedeuten.“
Knapp 2.700 gemeldete freie Arbeitsstellen
Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vormonat gesunken. Zurzeit gibt es 2.696 freie Arbeitsstellen. 80 weniger als im Vormonat und 238 weniger als im Dezember des Vorjahrs. Die Arbeitskraftnachfrage der Unternehmen lässt sich eindeutiger am Zugang an offenen gemeldeten Stellen ablesen: Im Vergleich zum Vormonat ein Anstieg des Stellenzugangs um 82, zum Vorjahresmonat ein Minus von 42.
Die größte Nachfrage gab es im Dezember aus den Bereichen: Baugewerbe (347 freie Stellen im Bestand); Gesundheits- und Sozialwesen (345); verarbeitendes Gewerbe (319); Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (309) sowie im Gastgewerbe (183). Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.
Jahresbilanz 2023 und Ausblick 2024
Im Jahr 2023 sah sich die Wirtschaft des Landkreises mit vielschichtigen Herausforderungen konfrontiert – die auch den Arbeitsmarkt beeinflusst haben. Steeger erklärte, „dass die Herausforderungen des Jahres 2023 zweifellos die Arbeitsmarktdynamik geprägt haben. Insbesondere die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, steigende Kosten, Zinsen und Inflation stellten eine komplexe Aufgabe dar – besonders hinsichtlich der Flexibilität der Arbeitskräfte und der Anpassungsfähigkeit der Unternehmen.“
Mit Blick auf das kommende Jahr 2024 sagte der Agentursprecher: „Die bevorstehenden Monate erfordern eine engagierte Zusammenarbeit aller Akteure am Arbeitsmarkt, um die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes zu stärken und flexibel auf die sich verändernden Bedingungen zu reagieren. Wir werden weiterhin Arbeitsuchende bestmöglich unterstützen und gemeinsam mit unseren Partnern aktiv an einer positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes mitwirken.“
Aufgrund saisonaler Gegebenheiten prognostiziert Steeger einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den kommenden Wintermonaten. „Darüber hinaus gestaltet es sich als äußerst herausfordernd, die Auswirkungen der wirtschaftlichen Lage auf den Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten verlässlich einzuschätzen. Der Umfang dieser Veränderungen ist aktuell nicht seriös einzuschätzen. Die Dynamik und Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Seenplatte im Jahr 2024 hängt entscheidend von der weiteren konjunkturellen Entwicklung ab. Zusätzlich besteht Unsicherheit aufgrund geopolitischer Risiken – sowie der Fachkräfteknappheit. Dennoch erwarten wir, dass der Arbeitsmarkt im Landkreis widerstandsfähig bleibt.“
