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Vier Tore in 17 Minuten für die TSG Neustrelitz: Justin Schultze, Marcus Niemitz und Oskar Fijalkowski (von links).

Das sah erst gar nicht gut aus für die Strelitzer Jungs. Am Ende bejubelten die Oberligisten der TSG Neustrelitz und mit ihnen rund 250 Fans im heimischen Parkstadion dann doch einen klaren 4:1-Erfolg (0:0) über den FC Mecklenburg Schwerin. 90 Minuten hatte das Wetter gehalten, den Freudentanz mussten die Mannen von Coach Thomas Franke allerdings in sintflutartigem Regen aufführen. Vier Treffer, Balsam für die wunde TSG-Seele, wie es Stadionsprecher Arko Mühlenberg so trefflich formulierte.

Hier steigt „Maskenmann“ Oskar Fijalkowski noch vergeblich hoch, rechts Nils Röth.

Zur Halbzeit musste man sich noch besorgt fragen, ob der Ball überhaupt einmal im Tor der Gäste landet. Chance auf Chance wurde vergeben. Schultze und Röth im Doppelpack, Niemitz und Giese scheiterten, Freistöße von Schmunck und Riechert verfehlten das Gehäuse knapp, es war mal wieder zum Mäusemelken.

Der Gegner aus der Landeshauptstadt nicht so defensiv wie erwartet, sondern er versuchte sich bei aller Feldüberlegenheit der Platzherren immer wieder in Vorstößen. Allerdings hatten die Gäste bis zur Pause nur eine einzige tatsächliche Möglichkeit einzunetzen.

In der 73. Minute bricht der Bann

Nach dem Seitenwechsel zunächst alles wie gehabt. Die TSG erfolglos am Drücker, anders die Schweriner. In der 54. Minute kann Claudius Schröder, etatmäßiger Keeper der 2. Mannschaft, nach Fehlern seiner Vorderleute den Ball nicht festhalten, und Kanta Seki staubt ab. Irgendwie war das ein Weckruf für die TSG, obwohl sie noch bis zur 73. Minute brauchte, um den Rückstand auszugleichen. Da brach Oskar Fijalkowski den Bann und setzte einen Distanzschuss flach in die rechte Ecke. Nur eine Minute später war es wieder Fijalkowski, der eine Flanke spektakulär volley am kurzen Pfosten in die Maschen semmelte.

Der quirlige Marcus Niemitz (Dritter von links) machte in der Schlussminute das vierte Tor.

Die TSG Neustrelitz jetzt wie entfesselt, Angriffswelle auf Angriffswelle rollt auf den Kasten der Mecklenburg-Schweriner zu. In der 86. Minute sieht sich Tino Schmunck allein mit dem herauseilenden Schlussmann der Gäste konfrontiert, spielt quer auf den mitgelaufenen Justin Schultze, und der braucht nur noch das leere Tor zu treffen. In der 90. Minute schließt Marcus Niemitz dann einen Konter erfolgreich ab.

Coach Franke: Wir haben verdient gewonnen

Thomas Franke strahlte natürlich über das ganze Gesicht. Kritisch merkte er im Gespräch mit Strelitzius an, dass sein Team gefühlt ewig gebraucht habe, um sich für den betriebenen Aufwand auch zu belohnen. „Aber die Moral hat gestimmt, und es gibt keinen Zweifel daran, dass wir verdient gewonnen haben.“ Zumindest einen Heimspieleinstand nach Maß als Trainer habe er gehabt, nachdem ihm ein erfolgreiches Debüt in der Auswärtspartie bei der Zweiten von Hansa Rostock verwehrt geblieben ist.

Das letzte Wort habe ich heute geteilt und dem ehemaligen sowie dem neuen Präsidenten der TSG Neustrelitz eingeräumt. „Wir sind diesmal für unseren Kampf belohnt worden. Das sah in Rostock durch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen ganz anders aus. Heute haben wir gezeigt, was wir können, und jetzt freuen wir uns auf die nächsten Spiele“, so Hauke Runge. Und sein Nachfolger im Amt Nico Manke ergänzte: „Diesen Sieg haben wir um alles in der Welt gewollt, und wir haben ihn erzielt.“

Maximilian Dentz schaut vorbei

Herzlich begrüßter Gast auf der Tribüne war übrigens heute Erfolgstrainer Maximilian Dentz, der einen Familienausflug nach Neustrelitz gemacht hatte und sich seinem ehemaligen Verein weiter verbunden fühlt. Auch ich habe mich gefreut, meinen früheren Blogpartner wiederzusehen.

Unsere Kicker haben jetzt sechs Punkte auf dem Konto und sind mit dem heutigen Heimsieg aus dem Tabellenkeller heraus. Am kommenden Sonntag müssen sie beim Charlottenburger FC Hertha 06 in Berlin antreten.

Justin Schultze, hier links neben Oskar Fijalkowski, musste heute mehrmals Maß nehmen, ehe er sich dank guter Vorarbeit in die Torschützenliste eintragen durfte.
Hauke Runge freute sich über den Besuch von Maximilian Dentz.