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Also, mit Frau Zucchino stehe ich auf Kriegsfuß! Freundin Martina hatte sie mir übereignet zwecks Premiere als Gemüsebauer. Die ja nun offensichtlich einigermaßen in die Hose geht. Fachkundige hatten mich noch gewarnt, dass ich vor lauter Ernten gar nicht zum Essen kommen würde und ich irgendwann die zu Riesen neigenden Teile nicht mehr sehen könne. Von wegen, Pustekuchen.

Ein einziges Gewächs hat mir die Neue in meinem Garten beschert, und das auch noch von mickriger Größe. Nachdem es wochenlang unter Wachstumshemmung gelitten hat, habe ich es heute vom Stängel geholt. In der Hoffnung, dass sich seine Mutter, von der Last des Zöglings befreit, doch noch auf weiteren Nachwuchs besinnt. An Zuwendung hat es ihr meinerseits weiß Gott nicht gemangelt. Ich habe ihr ein ruhiges, halbsonniges Plätzchen mit ausreichend Platz zur Entfaltung zugewiesen, mir ihr gesprochen, sie regelmäßig mit frischem Wasser versorgt und bei Regen selbst nachts Nacktschnecken von ihr ferngehalten. Undank ist der Welten Lohn.

Die Holde musste noch zwei Bio-Zucchini aus der Kaufhalle holen, damit es wenigstens für einen Auflauf reicht. Leider konnte ich nun nicht einmal das einheimische Produkt kennzeichnen, um es von den Zugereisten unterscheiden zu können, denn es galt das Gemüse zu würfeln. Zumindest mit einem Foto hier im Blog setze ich meinem Erzeugnis ein Denkmal.

Ans Werk! Drei mittlere Zucchini waschen und würfeln, eine rote Zwiebel schälen und reiben. Wer meine Küche kennt weiß, dass ohne Knobi nichts geht. Eine Handvoll Zehen habe ich kleingehackt dazwischen geschummelt. In einer Pfanne in vier Esslöffeln Olivenöl ein Pfund Rinderhack und die Zwiebel (plus Knoblauch) anbraten. Den Saft einer halben Zitrone und eine halbe Tasse Wasser dazugeben, salzen, pfeffern und runde zehn Minuten köcheln lassen. Jetzt die Zucchiniwürfel einfliegen, Deckel drauf und ein Viertelstündchen schmoren lassen.

Ein Bund Petersilie und ein Bund Dill feinhacken und zur Mischung geben, gut durchrühren. Nun drei Eier und zwei Esslöffel Milch sowie 50 Gramm Parmesan verrühren, salzen und pfeffern und ebenfalls mit der Mischung in der Pfanne vermengen.

Eine feuerfeste Form ausfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Fleisch und Gemüse hineingeben und mit weiteren 50 Gramm Parmesan sowie Semmelbröseln bestreuen. Im Backofen bei rund 180 Grad Ober- und Unterhitze fertigstellen. Dann noch für appetitanregende Deko sorgen. Bei mir sind Minze, Knobikraut, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Tomate und Radieschen im Geschäft. Hier hat die Holde Hand ans Arrangement gelegt, das in großen Teilen natürlich vertilgt wurde und die eine oder andere Geschmacksknospe zusätzlich geöffnet hat. Ein, zwei Spritzer Worcestersauce, nicht verkehrt. Guten Appetit!

Übrigens bauen wir inzwischen mit augenscheinlich mehr Erfolg Tomaten an. Die Pflanzen hat uns Freundin Isabella zukommen lassen. Vielleicht wird das die nächste Geschichte hier im Blog.