Bollewicker Feuerwehrleute sollen an der Unfallstelle und auch später rabiat gegen Reporter von NonstopNews Müritz vorgegangen sein. Foto: NonstopNews Müritz

Bei den Unfallopfern von Bollewick am Samstagnachmittag (Strelitzius berichtete) hat es sich entgegen ersten Vermutungen nicht um Feuerwehrleute gehandelt. Kollegen von NonstopNews Müritz hatten berichtet, dass sie am Unfallort von Rettungskräften massiv beleidigt und bedroht worden sind. Diese hätten versucht, eine Berichterstattung zu verhindern. Einer der beiden Männer in dem Unfallfahrzeug soll ein Bollewicker Feuerwehr-Shirt getragen haben.

In diesem Zusammenhang war der Verdacht entstanden, dass es sich bei dem alkoholisierten Fahrer und seinem schwer verletzten Beifahrer um Kameraden der Retter handelte, was der Feuerwehrverband gegenüber NonstopNews Müritz auch zunächst bestätigt hatte, und die Insassen des Pkw gedeckt werden sollten. Dem hat der Kreisfeuerwehrverband in einer auch Strelitzius zugeleiteten Stellungnahme inzwischen aber widersprochen.

Norbert Rieger

Wie Kreiswehrführer Norbert Rieger mitteilte, resultiere das Shirt aus einer früheren Zugehörigkeit zur Feuerwehr. Rieger beruft sich dabei auf den örtlichen Wehrführer. Der Alkoholgenuss müssen auch „nicht zwingend“ mit dem Amtsfeuerwehrtag in Röbel in Verbindung stehen, der bereits um 13 Uhr beendet gewesen sei. Der Unfall ereignete sich gegen 16 Uhr.

„Ich bedauere die Missverständnisse. Wir sind gegen Alkohol im Straßenverkehr und im Dienst. Wenn es denn zu solch einem Vorkommnis kommen sollte, dann wird das keinesfalls verschwiegen“, betonte der Kreisfeuerwehrchef. Auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren seien keine Maschinen und müssten solch eine Situation zunächst verarbeiten. Da könne es schon mal zu Stressreaktionen kommen. „Ich nehme den Sachverhalt zum Anlass, noch einmal zur Berichterstattung von Einsatzorten und zum Umgang mit den Medien zu schulen.“

NonstopNews Müritz hat sich erschüttert über das Verhalten der Bollewicker Feuerwehrleute geäußert. Bis in die Abendstunden seien Reporter noch beleidigt und bedroht worden, schildern die Kollegen auf ihrer Facebookseite. Es könne nicht sein, dass Feuerwehrleute die Arbeit von Reportern behindern. NonstopNews Müritz hatte unter dem Eindruck des Erlebten und wegen der widersprüchlichen Auskünfte seinen Unfallbericht offline geschaltet.