Schlagwörter

, , ,

Bei Heimspielen der TSG Neustrelitz kann am Ende die Freude über einen Erfolg unserer Mannschaft stehen. Ich gehe aber auch gern ins Parkstadion, weil es auf der Tribüne immer Neuigkeiten aufzuschnappen gibt. Wie die vom deutsch-türkischen Friseursalon für Herren, Damen und Kinder der Alanya-Kette, der vor gut einem Monat in der Strelitzer Straße der Residenzstadt in den früheren Räumen des Fotostudios Jung eröffnet hat. Die halbe Regionalliga-Mannschaft einschließlich Trainer Tomasz Grzegorczyk habe sich dort schon die Haare schön machen lassen und der Salon sei eine echte Bereicherung für Neustrelitz, war zu erfahren.

Chef Ivan.

Dem kann ich mich nach einem Besuch absolut anschließen. Die erste angenehme Überraschung war schon die Kontaktaufnahme über die Facebook-Seite des Friseurs. Termin? Brauchen Sie nicht, kommen Sie einfach her. Ich hatte das Glück, gleich Chef Ivan unter die segensreichen Hände zu geraten, der nach Waren in Neustrelitz seinen zweiten Salon eröffnet hat und zwischen beiden Städten pendelt. Und was der in einem orientalischen Rundumpaket vom Haareschneiden bis zur Rasur mit mir veranstaltet hat, war schon sensationell. Mit atemberaubender Schnitttechnik ist er mir zu Leibe gerückt, mit heißem Dampf, so ein bisschen Hamam, mit offener Flamme an die Ohren gegangen, mit Heißwachs in die Nase, mit jeder Menge Schaum beim Barbieren unterm Messer und auch mit einem Zwirnsfaden für den ordentlichen Schwung der Augenbrauen. Natürlich gab es zwischen Sitzen und halb Liegen das obligatorische Glas Tee.

Dazu war viel Wissenswertes von dem extrem gut gelaunten 32-jährigen zu erfahren, der wie seine türkischen Mitarbeiter Kurde ist. Außerdem gibt es eine deutsche Friseuse. „Grundsätzlich sind für uns alle Städte hier in der Region über 10 000 Einwohner für eine Geschäftsansiedlung interessant. Natürlich schauen wir vor allem auf die Städte, die wegen ihrer Schönheit viele Touristen anziehen. Und Neustrelitz gehört einfach dazu, ich mag diese Stadt jetzt schon.“ Ohne Arbeit, das kann sich Ivan nicht vorstellen. Er selbst habe bei seinem Onkel im Alanya-Salon in Güstrow Handwerk und Geschäft gelernt, bevor er im schönen Waren, wo er auch lebt, selbstständig wurde. Wismar, Bad Doberan, Bützow, Neubrandenburg, Grevesmühlen und Ratzeburg seien weitere Standorte der Kette im Nordosten.

Mit einem Hochgefühl wie nach einem kulturellen Erlebnis habe ich den Neustrelitzer Alanya-Salon verlassen. Und kann ihn begeistert nur weiterempfehlen als eine Adresse gekonnten Handwerks. Das war auch Wellness, gut für die Seele, gut für den Körper.