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Fotos: Queer Strelitz

Mehr als 1.000 Menschen haben am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) in Neustrelitz für die Rechte und Sichtbarkeit queerer Menschen demonstriert. Der CSD verlief friedlich und wurde zu einem starken Zeichen der Solidarität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Eine kleine rechte Gruppierung mit rund 15 Teilnehmern hatte eine Gegendemonstration angemeldet. Durch ein großes Polizeiaufgebot und eine enge Abstimmung zwischen Veranstaltern und Einsatzkräften konnten beide Versammlungen konsequent voneinander getrennt werden. Der CSD konnte dadurch sicher und ohne Zwischenfälle stattfinden.

Der Verein Queer Strelitz e.V. zieht eine durchweg positive Bilanz. „Wir sind überwältigt davon, wie viele Menschen heute gemeinsam für gleiche Rechte auf die Straße gegangen sind. Das waren nicht nur queere Menschen. Menschen aus Neustrelitz und der gesamten Region haben gezeigt, dass ihnen eine offene und vielfältige Gesellschaft wichtig ist“, so der Verein in einer Mitteilung am heutigen Morgen. Bei der Hauptkundgebung auf dem Markt wurde auch der Opfer des mörderischen Anschlags auf den Berliner CSD gedacht. Mehr als 1.000 Menschen hielten dafür eine Minute lang gemeinsam inne und gedachten schweigend der Opfer.

Politisches und gesellschaftliches Signal für die Region

Deutliche Unterstützung erhielt der CSD auch von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft. Familienministerin Stefanie Drese, Bürgerbeauftragter und ehemaliger Oberbürgermeister Silvio Witt, Neustrelitz’ Bürgermeister Andreas Grund sowie alle drei queeren Vereine der mecklenburgischen Seenplatte – Queer Strelitz, queerNB und queer am See – beteiligten sich mit Redebeiträgen. Sie unterstrichen die Bedeutung des CSD als politisches und gesellschaftliches Signal für die Region.

Ein zentrales Anliegen von Queer Strelitz bleibt die Forderung, den Schutz queerer Identitäten und Lebensweisen ausdrücklich im Grundgesetz zu verankern. „Queere Menschen dürfen nicht davon abhängig sein, wer gerade politisch regiert und wie der politische Wind steht. Grundrechte müssen auch dann schützen, wenn sich politische Mehrheiten verändern“, betont der Verein.

Demokratiefest bietet Raum für Begegnung und Austausch

Neben der Demonstration und der politischen Kundgebung bot das Demokratiefest auf dem Schlossberg Raum für Begegnung und Austausch. Eine Feuershow, eine Hüpfburg, Verpflegungs- und Informationsstände, ein Tattoo-Studio und zahlreiche weitere Angebote machten den Schlossberg zu einem Ort, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen konnten.

Besonders dankt Queer Strelitz der Polizei für die gute Vorbereitung, die enge Abstimmung und die professionelle Durchführung des Einsatzes. Ebenso richtet der Verein seinen Dank an alle mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, an die beteiligten Vereine, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie an die Stadt Neustrelitz.

„Wir hoffen, dass dieser CSD auch Menschen erreicht hat, die bislang wenig oder gar nichts mit queeren Themen zu tun hatten. Denn genau darum geht es: miteinander ins Gespräch zu kommen, Berührungsängste abzubauen und zu zeigen, dass Vielfalt ganz selbstverständlich zu unserer Gesellschaft gehört“, so Vorstandsvorsitzender Christian Arnold Krüger. Queer Strelitz bedankt sich bei allen Beteiligten für einen friedlichen, vielfältigen und wunderschönen CSD Neustrelitz 2026.

Hissen der Regenbogenflagge vor dem Rathaus.