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Dr. Till Backhaus

Mecklenburg-Vorpommern setzt bei der Beseitigung von Altmunition auf moderne Technik. Bei einem Besuch der mobilen Munitionsvernichtungsanlage EODiS am Standort Lärz informierte sich Umweltminister Dr. Till Backhaus über den aktuellen Stand der Arbeiten des Munitionsbergungsdienstes Mecklenburg-Vorpommern (MBD).

„Die sichere Beseitigung von Kampfmitteln ist eine Daueraufgabe unseres Landes. Noch immer werden Jahr für Jahr große Mengen an Munition und Sprengkörpern aus den Weltkriegen geborgen. Deshalb brauchen wir Verfahren, die sicher, wirtschaftlich und umweltverträglich sind. Die mobile Vernichtungsanlage erfüllt genau diese Anforderungen“, sagte Backhaus.

Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde die Firma Nolte Ammunition Services GmbH im Frühjahr 2025 mit der Vernichtung von Lagerbeständen des Munitionsbergungsdienstes beauftragt. Nach Abschluss eines umfangreichen Genehmigungs- und Zulassungsverfahrens konnte die Anlage Anfang September 2025 in Lärz aufgebaut und Mitte September in den regulären Betrieb überführt werden.

Speziell gesicherte Sägestation

Seitdem wurden bereits mehr als 70 Tonnen Kampfmittel vernichtet. Das Spektrum reicht von Munitionsfragmenten mit Sprengstoffanhaftungen über Infanteriemunition und Handgranaten bis hin zu Sprenggranaten mit einem Kaliber von 12,8 Zentimetern. Größere Kampfmittel werden vor der thermischen Vernichtung in einer speziell gesicherten Sägestation zerlegt und anschließend im geschlossenen Ofensystem entsorgt.

Kernstück der Anlage ist ein sprengsicherer Verbrennungsofen mit angeschlossener Rauchgasreinigung. Die Kampfmittel werden bei Temperaturen von bis zu 650 Grad Celsius thermisch vernichtet. Schadstoffe werden über ein mehrstufiges Filtersystem zurückgehalten, sodass keine ungefilterten Rauchgase in die Umwelt gelangen. Die gesamte Anlage arbeitet als geschlossenes System und erfüllt hohe Anforderungen an den Umwelt- und Arbeitsschutz.

Bereits im Jahr 2014 hatte Mecklenburg-Vorpommern am Standort Lärz erfolgreich eine vergleichbare mobile Vernichtungsanlage eingesetzt. Damals wurden innerhalb von sechs Monaten mehr als 156 Tonnen Kampfmittel entsorgt. Die Erfahrungen zeigten bereits damals deutliche Vorteile hinsichtlich Sicherheit, Personalaufwand und Wirtschaftlichkeit. So konnten zahlreiche Transporte vermieden und erhebliche Personalressourcen eingespart werden.