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Regisseur Leif Karpe (links) und Autor Tilmann Müller. Copyright: Jordis Antonia Schlösser/ Ostkreuz

Im April 1924 fährt Kurt Tucholsky, die herausragende Oppositionsfigur der Weimarer Republik, zum damaligen Erzfeind nach Frankreich. Im Gepäck hat er eine Idee: Er will durch sein Schreiben die Franzosen den Deutschen näherbringen und gängige Vorurteile widerlegen. Wird ihm das gelingen?  Die Dokumentation „Tucholsky in Frankreich – Das Glück vor der Katastrophe“ begibt sich auf filmische Spurensuche: Regisseur Leif Karpe und Autor Tilman Müller beleuchten jene bisher kaum dokumentierte Periode im Leben des berühmten Schriftstellers. Der Film läuft am Mittwoch, 29. April, um 19 Uhr im Schlosstheater Rheinsberg.

Der Autor und Co-Regisseur Tilman Müller erzählt im Anschluss an die Vorführung Spannendes rund um die Produktion: Mit Moderator Peter Graf vom Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum spricht er über den Rechercheprozess und die ungebrochene Faszination rund um den Satiriker, Sozialisten, Publizisten und Pazifisten Kurt Tucholsky.

Die fünf Jahre in Frankreich zwischen 1924 und 1929 waren ein bemerkenswerter Lebensabschnitt: Fünf Jahre lang sollte Tucholsky im Nachbarland verbringen. Auch seine wenig bekannte Liebesbeziehung zu Mary Gerold, der Frau seines Lebens, mit der er in Paris liiert war und die später für seinen Nachruhm immens wichtig werden sollte, spielt in dieser Phase eine wichtige Rolle. In Paris schärfte sich außerdem sein Blick auf den heraufziehenden Faschismus in Deutschland.

Der Film ermöglicht eine völlig neue Perspektive auf Werk und Vita Tucholskys: Rund 90 Jahre nach seinem Tod 1935 eröffnet das Werk eine Spurensuche, die die damalige und heutige Zeit in Paris und Berlin verschränkt – und gerade in Zeiten antidemokratischer Bewegungen aktueller scheint denn je. Dabei arbeitet die Dokumentation mit einer bemerkenswerten musikalischen Ebene: Die Aktualität seiner Texte spiegelt sich wider in den Interpretationen des deutsch-französischen Punk-Duos „Les Millionnaires“ sowie der Schauspieler Robert Stadlober und Jasmin Tabatabai, die auch die Erzählerin des Films ist.


Tickets 5 € an der Abendkasse sowie im Vorverkauf
Musikkultur Rheinsberg
Online: www.schlosstheater-rheinsberg.de
Telefon: 033931 / 721 17 (Mo-Fr 10-15 Uhr)