Schlagwörter
Auflösung, Grund, Kritik, Lippert, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Schlossberg-Beirat, Verwaltung

Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund geht mit einer Vorlage in die heutige Stadtvertretersitzung, den Schlossberg-Beirat aufzulösen. Mit der Konstituierung der Stadtvertretung im Jahr 2024 erfolgte keine Besetzung dieses Beirats mehr, heißt es in der Begründung. Der damalige Vorsitzende, Ernst August von der Wense, sei später in die Verwaltung gewechselt und sei ab dem Zeitpunkt auch kein Stadtpräsident mehr gewesen.
In einer Antwort bemängelt Dr. Rajko Lippert, Vorsitzender des Kulturgut Mecklenburg-Strelitz e.V., die Kurzfristigkeit der Vorlage. „Die Begründung scheint mir unvollständig, und der Beirat kam meiner Erinnerung nach insbesondere nur gegen Ihren massiven Widerstand zustande. Dass in Bezug auf den Schlossberg so wenig erreicht wurde ist meiner Meinung nach nicht auf den Beirat sondern auf Untätigkeit und Blockade auf mehreren Verwaltungsebenen zurückzuführen. Das Thema Schlossberg ist nicht vom Tisch.“
„Die Beiratsbildung war seinerzeit vom damaligen Landrat Heiko Kärger angeregt worden mit dem Ziel, alle relevanten Akteure zur Entwicklung des Schlossbergs Neustrelitz an einem Tisch zusammenzubringen. Auch hier hat es viele Wechsel bei den beteiligten Personen gegeben. Die Gründung gestaltete sich unter Corona-Bedingungen zunächst schwierig, manche potentielle Akteure fanden sich aber auch nicht ein, um mitzuwirken“, so der Bürgermeister in einem Schreiben an die Beiratsmitglieder weiter.
Andreas Grund abschließend: „Einige Erwartungen wurden ebenfalls nicht erfüllt, denn so ein Beirat arbeitet unterhalb der Ebene eines beratenden Ausschusses, entwickelt also keine eigene Entscheidungskompetenz. Parallel hat sich aber die alljährlich stattfindende Schlossbergkonferenz zu dem Austauschformat entwickelt, das ein großer Beirat möglicherweise einmal hätte haben sollen. Dieses Format hat sich also bewährt und die Bevölkerung nimmt es ebenfalls an. Ein Beirat ist also nicht in der neuen Wahlperiode eingerichtet und auch nicht mehr benötigt worden.“