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Die bereits existierende „Skyline von Lübbersdorf“. Nun sollen weitere Windkraftanlagen hinzukommen. Foto: BI Gegenwind

Am 5. Februar haben sich die Mitstreiter der Bürgerinitiative „Gegenwind Gemeinde Galenbeck“ in Friedland getroffen, um die nächsten Schritte gegen den geplanten Bau von bis zu 14 Windenergieanlagen im Gemeindegebiet Galenbeck, nahe Lübbersdorf, Kotelow und Sandhagen, zu beraten. Auslöser für das Treffen und eine kurzfristig gestartete Unterschriftensammlung war die sich
abzeichnende wohlwollende Stellungnahme von Bürgermeister und Gemeindevertretung gegenüber dem Regionalen Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte, heißt es in einer Mitteilung. Diese Positionierung sei erfolgt, ohne zuvor eine strukturierte Beteiligung der Bevölkerung durchzuführen.

Innerhalb von nur zwei Wochen haben sich nach Angaben der BI im Rahmen dieser noch laufenden Unterschriftensammlung mehrere hundert Einwohner klar gegen die geplanten Windenergieanlagen ausgesprochen. Die Bürgerinitiative weist darauf hin, dass es sich hierbei um eine erste Befragung handelt. Verlässliche Mehrheitsverhältnisse könnten erst dann festgestellt werden, wenn alle Bürger die Möglichkeit erhalten, sich verbindlich zu äußern. Vor diesem Hintergrund fordert die Bürgerinitiative die Prüfung eines Bürgerentscheids, um sicherzustellen, dass zentrale Weichenstellungen zur Zukunft der Gemeinde nicht am Willen der Bevölkerung vorbeigehen. Beim Treffen anwesende Gemeindevertreter signalisierten, diese Option prüfen zu wollen.

Gastreferent warnt vor erheblichen Risiken

Als Gastreferent sprach Frank Heitmann von der Gesellschaft Fortschritt in Freiheit e. V.. Der Energie-Sachverständige berichtete eindrücklich aus seiner langjährigen Erfahrung mit Genehmigungsverfahren, Verträgen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich der Windenergie. Er warnte vor komplexen Vertragskonstruktionen, die Gemeinden und Verpächtern einen vermeintlichen finanziellen Vorteil versprechen, langfristig jedoch erhebliche Risiken bergen können. Zwar würden Verpächtern Beträge von 80.000 bis 150.000 Euro pro Windrad in Aussicht gestellt, gleichzeitig käme es jedoch häufig zu erheblichen Wertverlusten angrenzender Grundstücke und Immobilien, insbesondere im ländlichen Raum. Viele Bürger empfänden diese Entwicklung als unverhältnismäßige Belastung, deren Folgen sie ohne eigene Entscheidungsmöglichkeit tragen müssten.

Weitere Kritikpunkte beträfen fehlende oder unsichere Netzanschlüsse („ohne Anschluss kein Ertrag“), Zuwegungen über private Grundstücke mit lediglich geringfügiger Entschädigung sowie eine aus Sicht der Initiative unzureichende Berücksichtigung gesundheitlicher und umweltbezogener Auswirkungen, etwa durch Infraschall, Schlagschatten oder Abrieb von Anlagenmaterialien.

Die Bürgerinitiative kündigte an, juristische Unterstützung einzuholen und ihre Aktivitäten mit anderen Initiativen landesweit zu bündeln. Ein Zusammenschluss unter dem Dachverband „Freier Horizont e. V.“ ist vorgesehen. Grundlage bildet die kürzlich veröffentlichte Mirower Erklärung (Strelitzius berichtete), die zentrale Forderungen an Landes- und Bundespolitik formuliert.
Weitere Informationen, Hintergründe und Mitwirkungsmöglichkeiten finden Interessierte unter

https://gegenwind-gemeinde-galenbeck.de