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Alle Nachbarn in der Wesenberger Siedlung sind heute ganztägig und unüberhörbar dem Gehweg-Eis zu Leibe gerückt. Außer meine Wenigkeit. Ignorant? Nein, gleich zu Beginn des Katastropheneinsatzes bin ich unter Bruch meines Schneeschiebers schwer gestürzt, Rücken übel geprellt und momentan „Voltaren“-Patient.

Kaum hatte ich mich leidend auf die Couch geschleppt, als auch schon ganz nahe Schab- und Hackgeräusche an meine noch intakten Ohren drangen. Tatsächlich hatte Nachbar Steffen ungefragt meine Aufgabe übernommen. Als Bürgermeister hat er offenbar einen Blick dafür, wo etwas in der Woblitzstadt im Argen liegt. In dem Fall lag ich Mitbürger im Argen, was er nicht wissen konnte, mein Außenrevier hingegen sichtbar vernachlässigt. Bewaffnet mit aus jahrelangem Schlummer gewecktem Spezialwerkzeug, flankiert von Gegenübertochter Sarah und deren Freund, wurde mein immerhin Eckgrundstück in atemberaubender Geschwindigkeit entschärft.

Die Holde hat sich schokoladig bei dem Trio bedankt, ich telefonisch. Aber die paar Zeilen hier ist mir der Freundschaftsbeweis noch zusätzlich wert. Einige Häuser weiter wohnt übrigens Freundin Christin. Die hatte sich vor meinem Salchow, Rittberger, Axel, oder war es gar die Todespirale (?) schon angeboten, bei uns als Eisbrecherin zu wirken. Trotz meines vor Weihnachten operierten Knies, da war ich dann doch zu männlich stolz. Unter dem Strich: Gut, dass es Nachbarn gibt, erst recht solche.

Post scriptum: Eben im Internetz neues Schnee- und bislang nicht vorhandenes Eisbeseitigungsgerät bestellt. Folge ich der Wetterprognose, kommt beides kommende Woche noch zum Einsatz. Mit mir, hoffentlich.