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Konzert, Landestheater, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Renft

Noch einmal die Lieder der legendären Ostrock-Band Renft live auf der Bühne hören. Dieses Angebot hat gestern Abend für ein volles Landestheater Neustrelitz gesorgt. Leadsänger und Gitarrist Thomas „Monster“ Schoppe, letzter Überlebender der 1975 wegen ihrer kritischen Texte verbotenen Combo, die Urgesteine der DDR-Rockmusikszene Gisbert „Pitti“ Piatkowski (Gitarre), der sich virtuos Sonderapplaus verdiente, und Peter Rasym sowie der junge Schlagzeuger Tobias Ridder wurden vom Publikum nicht ohne Zugaben entlassen. Ein Abend, der zwischen „Nach der Schlacht“ und „Wer die Rose ehrt“, „Als ich wie ein Vogel war“ und „Apfeltraum“ für viele Erinnerungen gesorgt hat. Und beim „Gänselieschen“ hat der ganze Saal mitgesungen.
Leider war Schoppe, inzwischen 80 Jahre alt und bewundernswert alles gebend, nicht bei Stimme. Was er auch einräumte. So war so manche der großartigen Liedzeilen schlichtweg nicht zu verstehen. Die aber hatten die meisten Konzertbesucher ja zum Glück noch im Kopf. Wer mit Renft nicht aufgewachsen ist, zog allerdings den Kürzeren. An die zeitweise auch überforderte Tontechnik: Die „brachiale Wucht und die für Renft typische Intensität“, wie es in der Ankündigung hieß, waren jedenfalls unüberhörbar.
„Renft für immer“ war auf der Bühne zu lesen. Vergessen ist die Formation auf keinen Fall, deren verstorbene Mitglieder gestern noch einmal genannt und postum mit Beifall bedacht wurden.
Mich hat der gestrige Abend leider nicht überzeugt. Da hatte das Freiluftkonzert von „Karussell“ im vergangenen Sommer in Mirow (Strelitzius berichtete), bei dem auch Renft-Titel erklangen, eine ganz andere Qualität. Und es gibt ja auch noch den Griff in die heimische Musikbibliothek, wo Renft natürlich nicht fehlt.

