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Die BI Lebenswerte Seenplatte hat mit den Bericht einer Teilnehmerin an der Informationsveranstaltung des Regionalen Planungsverbandes in Sachen Windenergie am 2. Dezember in Röbel zugeleitet. Der Bericht sei, so die Bürgerinitiative, im Zusammenhang mit der am kommenden Freitag auslaufenden Einspruchsfrist gegen die Planungen hochaktuell. Steffi Moser von der Diemitzer Schleuse schreibt:

Betroffenheit und Unmut auf der Informationsveranstaltung zur Teilfortschreibung Windkraftausbau
des Planungsverbandes Mecklenburgische Seenplatte in Röbel

Der Leiter der Geschäftsstelle des Planungsverbandes Mecklenburgische Seenplatte, Peter Seifert war der Einladung des Bürgermeisters der Stadt Röbel Matthias Radtke gefolgt und hatte in die Aula der Begegnungsstätte „Werner Schinko“ geladen. So waren am zeitigen Abend des 2. Dezember ca. 120 Bürger anwesend, u.a. angereist aus Neustrelitz, Mirow, Leizen, Bütow, Zislow und aus dem Gebiet Fünfseen.

Schon nach kurzen einleitenden Worten seien Unmut und harter Widerstand gegen die Planungen deutlich geworden.

Ein Bürger machte gleich eingangs auf die Umweltschäden (Öl-Austritt und PFAS – Eintrag im Umkreis von mind. 10 km) durch diese Anlagen aufmerksam, was Herr Seifert an die für Emissionen zuständige Behörde (StaLU) verwies. So spielten der ungesicherte Rückbau der Anlagen wie die ungeklärte Entsorgung des Sondermülls, der durch die Rotorblätter (1/3 Balsaholz, Glaskohlefasern, Epoxidharz) entsteht, wie auch der zu erwartende fortwährende Eintrag auf landwirtschaftliche Nutzflächen eine Rolle.

Die BI Freier Horizont erfragte, warum das Gebiet Fünfseen, eine Halbinsel zwischen den großen Seen nordwestlich der Müritz, noch immer Teil der Fortschreibung sei, da ja erwiesenermaßen – mit Gutachten – die ausgewiesenen Flächen Rast -, Brut- und Nahrungsplätze für tausende Gänse, Kraniche und Schwäne – Zugvögel – seien. Hier verwies Herr Seifert auf Gutachten, die belegten, dass die Anlagen umflogen werden würden. Eine Frau verwies wiederum darauf, dass sich von Herrn Seifert zitiertes Gutachten auf ein KI-Modell bezieht und fernab jeder Realität einzuordnen sei.

Die in den Planungsunterlagen ausgewiesenen Flächen sollen Vorranggebiete werden, das heißt, hier hätten Betreiber bei der Errichtung ihrer Anlagen vorrangige Rechte, andere Rechte würden eventuell gemindert. Bis zum 12. Dezember können Betroffene Einsprüche erheben. Die Einsprüche der Anwohner würden höher in der Analyse gewertet als die Einsprüche der Gäste.

270 Meter hoch könnten diese Anlagen fortan werden und finden Ihre Höhenbegrenzung lediglich in der aktuellen physikalischen Errichtungskapazität der Kräne. Offensichtlich sprechen gegen viele der ausgewiesenen Flächen entweder Denkmal- oder Natur- bzw. Artenschutz, touristische Gegebenheiten aber auch Schutz von Gewässern bzw. Grundwasserbildungsgebieten.

Von Windkrafteignungsgebieten kann hier offensichtlich also wohl kaum Rede sein, zumal die bereits bestehenden Windkraftanlagen nicht in das derzeitige 1,4 % Ziel hineingerechnet werden. In den Neunzigern, als die Schutzzonen (Nationalpark und Landschaftsschutzgebiete) ausgewiesen wurden, entbrannte eine Diskussion: Es dürfe nicht alles ausgewiesen werden, was real gesetzlichen Schutzcharakter hätte, da die Bevölkerung sonst zu sehr in ihren Belangen eingeschränkt sei, Wassersport und Camping müssten ermöglicht werden, Gewerbeflächen hinsichtlich Touristik wie auch Land- und Forstwirtschaft. Nun sollen diese 270 Meter hohen Windkraftanlagen mancherorts bis 1000 Meter nah z.B. an Campingplätzen stehen, Denkmale vor beeindruckender, sich drehender Technikkulisse? Der Landkreis Seenplatte bedürfte eines grundsätzlichen Bekenntnisses hinsichtlich auch zukünftiger anvisierter Identität.

Inwiefern neuere Studien zu tatsächlich erwartbaren Immissionen und umwelt- bzw. gesundheitsschädigenden Auswirkungen einbringbar wären, bleibt derzeit dem kriminalistischen Spürsinn der bundesweit entstandenen Bürgerinitiativen überlassen (mehr als 900 – Stand 24`). Bis Mitte des kommenden Jahres sollen die Einsprüche vom Planungsverband bearbeitet und analysiert werden.