Schlagwörter

, , , , ,

Gleich sechs Mal hatten die Strelitzer Jungs heute Grund zum Jubel.

Die Oberliga-Kicker der TSG Neustrelitz haben sich ihre Weihnachtsfeier redlich verdienst. Heute Abend dürfte es hoch hergehen nach dem 6:1-Sieg (2:1) am Nachmittag im heimischen Parkstadion vor knapp 200 kälteresistenten Zuschauern gegen den SV Sparta Lichtenberg 1911. Manuel Härtel hatte bei gleich mehreren Großchancen Maß genommen, bevor er dann in der 22. Minute die Strelitzer Jungs endlich in Führung schoss. Auch danach hatte der TSG-Torjäger die Möglichkeiten zu weiteren Treffern, wobei es auch für ihn immer galt mit dem tückischen Boden klar zu kommen.

Zunächst aber netzten die Gäste ein. Nach einem Freistoß der Berliner löste sich die TSG-Mauer nicht schnell genug auf, es kam zur Unterbesetzung im Strafraum der Neustrelitzer und Daniel Hänsch nutzte in der 28. Minute das erfolgreich aus. Ein Gegentreffer mal wieder der Kategorie „völlig unnötig“. Aber noch vor der Pause setzte sich Maik Frühauf, der heute die Kapitänsbinde trug, links bei einer Rutschpartie durch, bediente Remmy Jason Orlando quer am langen Pfosten, und der brauchte in der 41. Minute nur noch einzuschieben.

Kaum auf dem Platz und zwei Tore

Und dann ein Doppelschlag mit Seltenheitswert, was die Strelitzer Jungs angeht. Die kommen aus der Kabine und sorgen für klare Verhältnisse in der 46. und der 48. Minute. Zunächst ballert Nick Höfer aus rund zwölf Metern in zentraler Position den Ball in die Maschen, dann ist es wieder Kruse, der mit einem Flachschuss rechts unten unhaltbar trifft. Kruse verwandelt abgezockt in der 65. Minute dann noch einen Handelfmeter und bringt es damit heute auf einen Hattrick. Auch Kevin Akogo machte noch eine Bude, mustergültig bedient von Manuel Härtel in der 70. Minute. „Habe ich dir doch versprochen“, rief „Manu“ seinem jubelnden Mannschaftskameraden zu.

Bei der komfortablen Führung nutzte TSG-Coach Thomas Franke die Gelegenheit, fast alle Reservisten des heutigen Tages einzuwechseln. Auf mich machte Shamil Zirarov einen starken Eindruck, also, Fußball spielen kann der auch. Letztlich blieb es aber beim 6:1. Für die Qualität der TSG-Defensive am heutigen Tag spricht, dass die Spartaner zwar immer wieder das Mittelfeld überwanden und in die Gefahrenzone vorstoßen konnten, aber faktisch keine Chancen kreierten.

Kapitän: Den Kampf von der ersten bis zur letzten Minute angenommen

„Wir haben die Platzverhältnisse und den Kampf von der ersten bis zur letzten Minute angenommen“, so Maik Frühauf nach der Begegnung im Gespräch mit mir. „Der Ausgleich hat uns nicht aus dem Konzept gebracht, wir haben eine gute Antwort gefunden, heute endlich mal unsere Angriffe zu Ende gespielt und hinten nichts weiter zugelassen. Und was den Doppelschlag gleich nach dem Seitenwechsel angeht, das kann nur am Kapitän gelegen haben“, flachste Frühauf.

Thomas Franke ließ sich auf den Ulk ein. „Wenn dem so ist, müssen wir mal mit unserem etatmäßigen Mannschaftsführer Nils Röth reden, ob er die Binde abgibt“, sagte mit der Trainer. Spaß beiseite. „Ich bin sehr zufrieden mit der Partie und ihrem schönen Ergebnis. Wir sind dominant gewesen, ich bin sehr stolz auf die Jungs“, betonte mein Blogpartner.

Präsident: Da ist ein Ruck durch unser Team gegangen

Bei Siegen reklamiert immer TSG-Präsident Nico Mahnke das letzte Wort für sich. „Es war eine überragende, geschlossene Mannschaftsleistung, da ist ein Ruck durch das Team gegangen, die Einstellung hat absolut gestimmt, im Gegensatz zum Platz, aber den hatten ja beide Seiten zu bespielen. Hervorzuheben ist natürlich Manu Härtel, er liefert immer und zieht die Mannschaft mit. Aber auch Nick Höfer und Remmy Kruse sind unbedingt als hervorzuheben. Die TSG Neustrelitz hat heute in der Liga ihr wahres Gesicht gezeigt und bewiesen, was sie tatsächlich für ein Potenzial hat. Es hat Spaß gemacht zuzuschauen, es gab echt nichts zu meckern, gern mehr davon. Wenn heute Abend die Sau rausgelassen wird, ich gönne es unseren Jungs.“

Die TSG Neustrelitz klettert mit dem heutigen Erfolg auf Platz 11 der Tabelle. Am kommenden Sonntag, 30. November, treten die Residenzstadtkicker beim Berliner AK (14.) an. Für den 6. Dezember steht die Auswärtspartie in Siedenbollentin (4.) im Plan. Und am 12. Dezember ist das Nachholspiel in Neustrelitz gegen Union Klosterfelde (13.) angesetzt. Bei allen drei Ansetzungen hat Petrus noch ein Wörtchen mitzureden.

Nick Höfer hat zum 4:1 getroffen.
Kevin Akogo dreht nach seinem Treffer einen Freuden-Runde um das Sparta-Gehäuse.
Verstehen sich inzwischen blind: Remmy Kruse (links) mit heute drei Treffern und Manuel Härtel mit einem Tor nach getaner Arbeit.
Unhaltbar für den Sparta-Keeper Julien René Korn: Der Elfmeter von Remmy Kruse.
Auch mit den frischen Kräften von der Reservebank gab es nur die Devise Attacke für die Platzherren.