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Wito Tröschel begrüßt Prof. Susanne Brorson.

Mit einer kleinen Vernissage ist am Abend im Wesenberger brenn.werk eine Ausstellung mit preisgekrönten Arbeiten junger norddeutscher Architekten eröffnet worden. Sie hatten sich um den Nachwuchspreis MAX45 2025 der fünf norddeutschen Landesverbände des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) beworben. Neben den Einreichungen der fünf gleichrangigen Preisträger sind drei Arbeiten zu sehen, die die Jury in die engere Wahl genommen hatte, und neun weitere, die für die Wanderausstellung auserkoren wurden. Die Eröffnung bot zugleich Gelegenheit, eine Initiative mit Seltenheitswert und Strahlkraft zu würdigen.

Wito Tröschel, ortsansässiger Architekt (studiobauland), hatte mit seinem Projekt „Halle für alle“ den einzigen der fünf Preise nach Mecklenburg-Vorpommern geholt. Ihm war es eine besondere Freude, in der prämierten Halle der brenn:werk-Genossenschaft nicht nur die Exposition zu eröffnen, sondern dazu auch Bürgermeister Steffen Rißmann und die Juryvorsitzende Prof. Susanne Brorson begrüßen zu dürfen. Wito Tröschel stellte die Diversität der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten heraus. Wesenberg sei die einzige Station der Schau, bei der das ausgezeichnete Projekt zugleich Ausstellungsraum ist. Die Bedingungen in der brenn:werk-Halle seien einfach optimal.

Einen Ort mit Inhalten füllen

Der junge Architekt, der sich schon als Student in seiner Bachelorarbeit mit der alten Brennerei in Wesenberg beschäftigt hat, ist Mitglied der Genossenschaft, die die Immobilie erwarb und diese entwickeln will. „Wir haben hier einen Ort gefunden und mit der Halle bereits fertiggestellt, den wir mit unseren Inhalten füllen können.“ Die Halle sei aus Kostengründen, aber auch aus ökologischem Ansatz mit einfachen Materialien errichtet worden. „Wir sind relativ roh geblieben, haben aber auf Schmuckelemente nicht verzichtet und mit der Korkfassade eine Variante gefunden, die meines Wissens nur sehr selten in Deutschland anzutreffen ist. Ich bin zusätzlich stolz darauf, dass wir fast alles mit lokalen Firmen geschafft haben. Auch unsere Mitglieder haben Hand angelegt. Wir wirken lokal und sorgen für Belebung im Ort.“

Das sei neben dem tollen Projekt sicherlich auch ein Grund gewesen, warum es den Preis erhalten hat“, so der Ausgezeichnete. „Es waren nicht die klassischen Investoren, die das Vorhaben umgesetzt haben, sondern eben verrückte Leute.“

Ein Prozess, von dem die ganze Stadt profitiert

Prof. Brorson knüpfte daran an: „Es ist nicht nur eines der schönsten Gebäude, sondern wir haben auch das soziale Engagement und die Einbindung lokaler Wertschöpfungsketten gewürdigt, mit denen die Halle entstanden ist. Ein Prozess, von dem die ganze Stadt profitiert. Hier lebt etwas weiter.“ Die Einreichung habe sämtliche Kriterien der Jury auf das Beste erfüllt.

Wesenbergs dem brenn:werk bekennend verbundener Bürgermeister Steffen Rißmann betonte, dass die Genossenschaft im ländlichen Raum die Basis ist „für Neues, anderes, für mehr“. Für ihn habe von Beginn an bei aller Wagnis außer Frage gestanden, „dass es hier freie, nachhaltige Gedanken gibt, die sich entwickeln werden“. Es sei schön, was hier entstanden ist. Das Objekt Alte Brennerei sei die Inspiration schlechthin gewesen. „Wir sind auf einem gemeinsamen Weg, der Wesenberg gut tut, auch über die Stadtgrenzen hinaus, und den werden wir auch weiter beschreiten. Hier wird eine Botschaft mit unheimlicher Reichweite ausgestrahlt.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. November aufgebaut und zu den Öffnungszeiten der Lesestube und des Cafés zu besichtigen.

Wito Tröschel im Gespräch mit Steffen Rißmann.
Prof. Susanne Brorson und Wito Tröschel: Die Chemie stimmt.