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Ryszard Kalus, Laura Scherwitzl, Ensemble. Fotos: Jörg Metzner

Irgendwer hat mich mal belehrt, man dürfe einen Premierenbeifall nicht überbewerten. Seien doch da nicht wenige im Publikum versammelt, denen ob ihrer steten Verbindung zum Theater die Objektivität ein wenig abhanden komme. Was gestern Abend in Neustrelitz zu erleben war, dürfte allerdings über jeden Zweifel erhaben sein. Die Zuschauer im Landestheater haben die Premiere von „My Fair Lady“ regelrecht gefeiert. Wobei so mancher gerade der älteren Zuschauer angesichts der gewaltig entstaubten Vorlage aus dem Jahr 1956 erst einmal ins Grübeln geraten sein dürfte. Am 25. Januar 2014, vorherige Premiere des Musicals am Landestheater Neustrelitz, war davon bei allem damaligen Erfolg noch nicht so viel zu verbuchen. So ist das mit der Erwartungshaltung…

Die Zeiten ändern sich. Die britische Regisseurin Ella Marchment (Jahrgang 1992), schon früh von dem Stoff nach Bernard Shaws „Pygmalion“ beeindruckt, hat Hand in Hand mit Bühnenbildnerin Philomena Strack und Kostümbildner Sascha Thomsen für eine moderne Inszenierung gesorgt – eine visuelle Meisterleistung ganz schlicht verschachtelt und zweifarbig strukturiert -, die der Residenzstadt-Bühne unbedingt zur Ehre gereicht. Und die geeignet ist, mit der Botschaft des Blumenmädchens Eliza ein Publikum von heute zu erreichen. Erst recht ein junges: Ich übernehme mein Leben, und lasse es mir nicht diktieren. Hochaktuell, Kompliment, großartig!

Große künstlerische Qualität

Keine Überraschung war die erfreuliche künstlerische Qualität, die da über die Bühne den Zuschauerraum erreichte. Wobei nicht nur die Rede von den Protagonisten Laura Scherwitzl (Eliza Doolittle), nach 2014 zum zweiten Mal in Neustrelitz Robert Merwald (Prof. Higgins), Ryszard Kalus (Pickering), Ulrich Burdack (Vater Doolittle) und Andrés Felipe Oroczo (Freddy) ist. Die Theater und Orchester GmbH verfügt bei allen Publikumslieblingen ohnehin über Pfunde, mit denen sich trefflich wuchern lässt. Da ist die immer wieder überraschende Deutsche Tanzkompanie als verlässliche Kooperationspartnerin (Choreograph Adam Haigh), der von Joseph Feigl trefflich einstudierte Opernchor, dessen Mitglieder auch in Soli beeindrucken, und nicht zuletzt die Neubrandenburger Philharmonie unter dem Dirigat von Kenichiro Kojima.

Meinen Glückwunsch zur jüngsten TOG-Produktion habe ich dem Indendanten Sven Müller vorfristig bereits in der Pause ausgesprochen. 250 Jahre Theater in der Mecklenburgischen Seenplatte, das weltberühmte, von Gabriel Pascal verfilmte Musical, Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe, erneut und ganz anders in Neustrelitz, ein würdiger Beitrag.

Was Strelitzius aufschreibt, empfiehlt er in der Regel auch. Die nächsten Aufführungen von „My Fair Lady gibt es am 31.10., 08.11.,12.12., 13.12. und 26.12.

TICKETS

Kartenwünsche unter 03981 20 64 00 und 0395 569 98 32 oder buchen Sie Ihr Ticket einfach online unter  https://tog.de

Tanzkompanie und Opernchor
Ulrich Burdack mit Tanzkompanie und Opernchor
Laura Scherwitzl, Robert Merwald
Ryszard Kalus, Laura Scherwitzl

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