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Aufmerksame Mitbürger werden es schon längst bemerkt haben: Seit einiger Zeit hängen an den Feuerwehrhäusern in Carpin und Thurow zwei auffällige rote Kästen mit der Aufschrift „AED“. Sie enthalten Automatische Externe Defibrillatoren, die für den Gebrauch durch Laien nicht nur geeignet, sondern sogar ausgelegt sind. Im Falle eines medizinischen Notfalls kann jedermann auf dieses Gerät zugreifen.

Doch der rote Kasten kann noch mehr. Sobald der unter der Klappe an der Front angebrachte Notrufknopf gedrückt wird, erfolgt eine Verbindung zur Rettungsleitstelle. Schon nach wenigen Sekunden meldet sich diese, fragt Einzelheiten zum medizinischen Notfall ab und alarmiert den Rettungsdienst. Sobald die Sprechverbindung zur Rettungsleitstelle steht, kann die Klappe des Kastens geöffnet und der Defibrillator sowie eine Beatmungsmaske entnommen werden.

Das Gerät gibt sofort nach dem Einschalten ausführliche und klare Hinweise, wie es einzusetzen ist. Niemand sollte sich aus Angst vor Fehlern davor scheuen, im Notfall den „Defi“ einzusetzen, denn derjenige der nichts tut, macht auf jeden Fall etwas falsch.  Der Einsatz des AED verkürzt die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Bei Patienten mit Herzinfarkt oder bei bewusstlosen Personen werden hierdurch wertvolle Minuten gewonnen, die über Leben und Tod entscheiden können.

Förderverein finanziert eigenes Projekt

Das Rettungsgerät ist im roten Kasten bestens verwahrt. Dieser enthält sowohl eine Kühlung als auch eine Heizung, damit weder Wärme noch Kälte dem Defibrillator etwas anhaben können. Allerdings hat dies auch seinen Preis. Allein die Boxen kosteten insgesamt 5.400 € und wurden durch den durch den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Carpin e.V. finanziert. Dieser gemeinnützige Verein unterstützt die freiwillige Feuerwehr – insbesondere deren Kinder- und Jugendarbeit –  und hilft bei der Finanzierung von Anschaffungen, für die der Gemeindeetat keine (ausreichenden) Mittel vorsieht. Mit der Finanzierung der beiden AED-Kästen hat auch der Verein Neuland betreten und insoweit ein eigenes Projekt angeschoben.

Allerdings war es nicht so einfach, die Aufbewahrungsbox mit allen erforderlichen Eigenschaften zu besorgen, weiß Günter J. Stolz vom Vorstand des Fördervereins. Es gingen viele Monate ins Land, bis ein Lieferant gefunden wurde, alle Einzelheiten geklärt und die Kästen schließlich montiert waren. Dennoch ist man froh, mit den beiden Kästen einen kleinen Beitrag zu Notfallversorgung geleistet zu haben. Ein Beispiel, das Schule machen könnte.