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Simone Oldenburg

Bildungsministerin Simone Oldenburg hat heute den Ehrenpreis bei der Verleihung des 26. Fritz-Reuter-Literaturpreises erhalten. „Die Auszeichnung für das Engagement für die Pflege und den Erhalt der niederdeutschen Sprache ist eine große Ehre für mich, die ich mit Stolz und Freude in Vertretung für all die Plattsnackerinnen und Plattsnacker entgegennehme, die sich tagtäglich in Schulen, Kindertagesstätten oder Vereinen einbringen, die die Landessprache mit Leben erfüllen und an die nächste Generation weitergeben“, sagte die Ministerin in Stavenhagen.

In ihrer Rede betonte die Ministerin, dass Niederdeutsch weitaus mehr als eine Sprache sei. „Niederdeutsch ist unser kulturelles Erbe, das die Identität prägt und unsere Gemeinschaft stärkt. Daher freue ich mich, dass es mit unserem Landesprogramm ‚Meine Heimat – mein modernes Mecklenburg-Vorpommern‛ gelungen ist, die niederdeutsche Sprachförderung und Heimatpflege in der Bildungslandschaft vom frühkindlichen Bereich über die gesamte Schulzeit zu verankern.“

Niederdeutsch ist fester Bestandteil des Unterrichts in allen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Inhalte werden fächerübergreifend vermittelt vor allem im Deutschunterricht, in den Bereichen Heimat- und Sachkunde, in Musik und Gestaltung, im Projektunterricht oder beim Ganztägigen Lernen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Projekte wie den Plattdeutsch-Wettbewerb oder Sprachcamps, die darauf abzielen, Plattdeutsch für Schülerinnen und Schüler lebendig und zugänglich zu machen.

Oldenburg: „Die plattdeutsche Sprache kann nur existieren, wenn sie gesprochen wird. In Kitas und Schulen gibt es viele Möglichkeiten, Plattdeutsch in den Alltag zu integrieren und Kinder und Jugendliche zu begeistern.“

An 48 Schulen in MV wird Niederdeutsch gelernt

In Mecklenburg-Vorpommern haben im vergangenen Schuljahr 1.884 Schülerinnen und Schüler an 48 Schulen Niederdeutsch gelernt. Das sind im Vergleich zum Vorjahr knapp hundert Kinder und Jugendliche mehr, die die Sprach-Angebote nutzen. Davon befanden sich 364 Schülerinnen und Schüler an den vier Profilgymnasien mit dem Schwerpunkt Niederdeutsch. Zu den Profilgymnasien zählen das Goethe-Gymnasium Demmin, der Recknitz Campus Laage, die Reuterstädter Gesamtschule Stavenhagen und das Gymnasiale Schulzentrum „Fritz Reuter“ in Dömitz.

Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. hat 1.500 „Heimatschatzkisten“ für alle Kindertageseinrichtungen bereitgestellt. Sie beinhalten Materialien wie Bücher, Spiele, Liederhefte und Tanzanleitungen. Mit dem geplanten Modellprojekt „Niederdeutsch-Kitas“ möchte das Land Kindertageseinrichtungen oder Kindertagespflegepersonen, die den Kindern die niederdeutsche Sprache näherbringen, unterstützen. Hierfür soll eine Förderung von insgesamt 15.000 Euro im Jahr 2025 erfolgen.

Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik (KND) an der Universität Greifswald bietet in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Bildungsministeriums fortlaufend Niederdeutsch-Fortbildungen für Lehrkräfte an. An den 24 Veranstaltungen im Schuljahr 2023/2024 haben 216 Lehrkräfte teilgenommen. Die Fortbildungen im Schuljahr davor verzeichneten Teilnehmerzahlen auf ähnlichem Niveau. Die Ausbildung von Niederdeutsch-Lehrkräften erfolgt an der Universität Greifswald und an der Universität Rostock.

Die neue Botschafterin für Niederdeutsch, die Schülerin Jette Bolz übernimmt ehrenamtliche und öffentlichkeitswirksame Aufgaben, um die jüngere Generation zu erreichen und für Plattdeutsch-Angebote zu gewinnen.

Simone Oldenburg, Kulturstaatssekretärin Susanne Bowen, Jette Bolz und der Vorsitzende des Heimatverbandes MV, Dr. Martin Buchsteiner (von links), im Januar dieses Jahres bei der Ernennung der Gymnasiastin zur Botschafterin für Niederdeutsch. Foto: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung MV