Steven Giermann.

Zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 fordert der Kreisverband der Jungen Union Mecklenburgische Seenplatte, den Schulunterricht vermehrt an regionale Gegebenheiten anzupassen. Die Junge Union spricht sich immer wieder für die Stärkung einer regionalen Identität sowie die intensivere Wertschätzung der Heimat aus, heißt es in einer Pressemitteilung, die Strelitzius zugeleitet wurde.

Diese Wertschätzung, so findet die Jugendorganisation, sei für ein Zugehörigkeits- und Heimatgefühl Grundvoraussetzung. „Junge Menschen sollten im Laufe des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts die Regionalgeschichte sowie die Entwicklung der Region kennenlernen, um die Geschichte ihrer Heimat zu verstehen und weitertragen zu können“, argumentiert Kreisvorsitzender Steven Giermann. Dieser Ansatz kann aus Sicht der Jugendorganisation auch zum Verbleib in der Heimat beitragen. Hierzu schlägt die Junge Union in besonderer Art und Weise Besuche und Ausflüge zu geschichtsträchtigen Orten in der Umgebung vor, um einen projektbezogenen Unterricht zu fördern.

Paul Winkel

„Hierzu gibt es in unserer Region zahlreiche Möglichkeiten aus unterschiedlichsten Zeiten“, so Paul Winkel, JU-Mitglied aus Neustrelitz und Blogfreund von Strelitzius. „Ich denke zum Beispiel an das Schloss Mirow oder die Schlossüberreste in Neustrelitz. Beide zeigen, dass unsere Region eine große Bedeutung hat mit Verbindungen aus Mirow unter anderem zum englischen Königshaus und mit dem Neustrelitzer Schloss als dem Ort der ersten demokratischen Verfassung auf deutschem Boden“, sagt Winkel weiter. Es gebe noch viele weitere Beispiele, auch aus jüngerer Geschichte, wie die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Neustrelitz. Alle diese Stätten gelte es gleichermaßen zu bewahren und Schülern zu vermitteln.

Eine intensivere Eingliederung der Regionalgeschichte fördere darüber hinaus die Außenwirkung von geschichtsträchtigen Orten und biete die Möglichkeit einer Auseinandersetzung mit Gedenk- und Erinnerungskultur. Dieser Ansatz darf nach Ansicht der Jugendorganisation keine weitere Belastung für Lehrkräfte bedeuten, so dass über die Integration eines Themenblocks „Regionale Geschichte und politische Entwicklung“ in die Lehrpläne des Landes Mecklenburg – Vorpommern diskutiert werden sollte.

Ebenso wichtig müsse ein praxisnaher Bezug im Sozialkundeunterricht sein. Innerhalb des neuen Schuljahres werden die Kommunalparlamente und Gemeindevertretungen neu gewählt. Durch eine Beschäftigung mit der politischen Arbeit vor Ort, kommunalpolitischen Abläufen sowie durch Gespräche mit politischen Verantwortlichen müssen die Schülerinnen und Schüler auf die anstehenden Wahlen vorbereitet werden. „Einzig durch einen lebensnahen Bezug und eine rechtzeitige Auseinandersetzung kann verhindert werden, dass nach der Wahl über eine sehr geringe Wahlbeteiligung und nur oberflächliche Auseinandersetzung mit Inhalten, vor allem bei jungen Leuten, diskutiert werden wird“, führt Steven Giermann aus.