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In Neustrelitz ist in der kommenden Woche offenbar wieder einmal Sperrmüllabfuhr. Und so hatte der Sonntagsspaziergänger ausreichend Gelegenheit, sich mit dem vertraut zu machen, was eben noch die Wohnungen der Mitmenschen zierte. Oder eben nicht.
Müll 113
Denn was da auf dem Bürgersteig landet, kommt oft auch peinlich herüber. Und bietet Lästermäulern mit Hang zum Voyerismus, die die betreffenden Entrümpeler kannten, reichlich Angriffsfläche. „Da tun die Meiers immer sonst wie, und dabei haben die jeden Morgen beim Zähneputzen auf einen Spiegelschrank aus den Gründerzeiten der DDR-Konsumgüterindustrie geguckt.“ Oder: „Hatten Lehmanns eigentlich einen Hund? Die Couch können sie doch unmöglich allein so abgewetzt haben.“ Vielleicht auch: „Hast du die Matratze gesehen? Die ist ja so durchgelegen, der Schulze muss doch schon den Fußboden berührt haben.“

Diskretion geht anders. Vielleicht sollte das Abfuhrunternehmen vorab Abdeckplanen anbieten, damit den Erneuerungswilligen wenigstens ein bisschen Intimität garantiert ist. Allerdings kämen dann die Sperrmüll-Fledderer schlechter an die Hinterlassenschaften heran. Die waren heute auch schon zu Gange. Sie polieren zwar das Image der von den Nachbarn Durchgehechelten nicht auf, können aber noch so manches gebrauchen. Und wenn es für die Laube oder den Hühnerstall ist. Gerade auch Abdeckplanen. Wie sagte meine Großmutter selig immer: „Nur nichts umkommen lassen!“