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Zwischen Useriner Mühle und Wesenberg zeichnet sich wenige Wochen vor Beginn der Tourismussaison ein Trend ab, der durchaus bemerkenswert ist. Um sich von anderen Gegenden im Strelitzer Land abzuheben, also auf ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal zu kommen, wird an den Straßenrändern die Schieflage gepflegt.

Nachdem in der Heimatzeitung bereits erstaunte bis empörte Kommentare von Lesern zu Auffassungen von Baumpflege in der Region zu lesen waren, wundert einen so schnell nichts mehr. Dennoch dürfte der frisch beschnittene 45-Grad-Baum auf halber Strecke zwischen Useriner Mühle und Klein Quassow so schnell nicht zu übertreffen sein. Nicht einmal von den Nationalparklern mit ihren ganz eigenen Auffassungen vom Umgang mit Grün. Vielleicht soll das ein Denkmal sein, das an etliche Unfälle an der Stelle gemahnt. Mich erinnert es immer an ein gramgebeugtes Etwas, dem man die letzte Gnade versagt hat. Und Mitleid ergreift mich.

Aber auch sonst wird auf schief gesetzt. Ein paar Meter weiter sorgt die touristische Informationstafel am Abzweig nach Groß Quassow für Furore. Vielleicht verneigt sie sich ja vor dem Fremden. Nimmt man nun noch alle schiefen Straßenbegrenzungpfosten in dem Bereich dazu – als besonderes Highlight hing dieser Tage so ein Teil hoch in einem Baum kurz vor Wesenberg -, dann kann man nur von einer durchkomponierten Landschaft sprechen. Ist das alles aber nicht gewollt, ein paar Tage bis zum Saisonstart bleiben ja noch zwecks Flurbereinigung.

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