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Das Flüstern der Wälder, dokumentART, Eröffnung, Mecklenburgische Seenplatte, Naturfilm, Neubrandenburg

Mit einem der erfolgreichsten europäischen Dokumentarfilme der vergangenen Saison eröffnet die dokumentART am 6. Oktober ihre 32. Festivalausgabe. „Les Chants des Forêts“ (Das Flüstern der Wälder) des französischen Naturfotografen und Regisseurs Vincent Munier bildet den Auftakt für sechs Tage internationales Kino in Neubrandenburg.
Der vielfach ausgezeichnete Film wurde unter anderem mit dem César als bester Dokumentarfilm sowie dem César für den besten Ton ausgezeichnet und erhielt den Lumière-Preis für die beste Filmmusik. Zudem war er als bester Dokumentarfilm beim Zurich Film Festival nominiert und wurde beim International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA) in der Reihe „Best of Fests“ gezeigt.
Nach seinem internationalen Erfolg mit La Panthère des neiges (Der Schneeleopard) kehrt Vincent Munier in die Wälder seiner Heimat, der Vogesen, zurück. Gemeinsam mit seinem Vater Michel und seinem Sohn Simon erzählt er eine ebenso intime wie eindrucksvolle Geschichte über die Beziehung zwischen Mensch und Natur, über Geduld, das Weitergeben von Wissen zwischen Generationen und den Schutz bedrohter Lebensräume. Mit außergewöhnlichen Naturaufnahmen und einer eindringlichen Klangwelt wird der Wald selbst zur Hauptfigur des Films.
Verantwortungsvoller Umgang mit der Natur
„Les Chants des Forêts vereint viele Themen, die auch das diesjährige Festivalprogramm prägen: den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, die Frage nach unserem Verhältnis zur Umwelt, generationsübergreifendes Lernen und den Wert des genauen Hinschauens. Der Film ist ein poetischer Auftakt zu einem Festival, das mit Filmen aus 20 europäischen Ländern aktuelle gesellschaftliche Fragen in den Mittelpunkt stellt“, sagt Festivalleiterin Magda Jaroszewicz.
Der Film wurde den Festivalleiterinnen Magda Jaroszewicz und Lisa Siomicheva während ihres Aufenthalts in der Neubrandenburger Partnerstadt Nevers im Mai von den Mitgliedern des Cinephil-Vereins L’ACNE empfohlen. „Solche Kooperationen eröffnen neue Möglichkeiten für einen europäischen Dialog über die drängenden Fragen und gemeinsamen Herausforderungen unserer Zeit. Sie schaffen Räume für Begegnung, gegenseitiges Verständnis und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven“, sagt Magda Jaroszewicz.
Müritz-Nationalpark befördert Entscheidung
Dass die Wahl ausgerechnet auf diesen Film fiel, hat für die Festivalmacherinnen noch eine weitere Bedeutung. Die Mecklenburgische Seenplatte ist mit ihren Wäldern, Seen und dem Müritz-Nationalpark eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften Deutschlands. Viele Menschen in der Region verbindet eine enge persönliche Beziehung zu dieser Landschaft – sei es beim Wandern, Paddeln, Radfahren oder einfach beim täglichen Blick in die Natur.
Die erschreckenden Bilder der jüngsten Waldbrände im Müritz-Nationalpark haben gezeigt, wie wertvoll und zugleich verletzlich diese einzigartige Landschaft ist. Mit großem Einsatz ist es den zahlreichen Helferinnen und Helfern gelungen, weite Teile dieses Naturraums zu retten. Der Eröffnungsfilm der dokumentART versteht sich deshalb auch als Einladung, den Blick für das zu schärfen, was unsere Landschaften so besonders macht – und was es zu bewahren gilt.
„Gerade hier, im Land der tausend Seen, berührt dieser Film auf besondere Weise“, sagt Co-Festivalleiterin Lisa Siomicheva. „Er erinnert daran, dass Natur Lebensraum, Heimat und Verantwortung zugleich ist. Dabei erzählt er diese Geschichte nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit großer Ruhe, Schönheit und Empathie.“
Mit dem Eröffnungsfilm imCinestar beginnt die 32. dokumentART, die vom 6. bis 11. Oktober insgesamt 70 Filme zeigt, darunter 50 Wettbewerbsfilme aus 20 europäischen Ländern. Seit 35 Jahren ist die dokumentART Teil des kulturellen Lebens Neubrandenburgs. In diesem Jahr öffnet sich das Festival stärker denn je zur Stadt und der Region. Neben den Spielorten Kino Latücht und CineStar finden Veranstaltungen gemeinsam mit der Hochschule Neubrandenburg, der Regionalbibliothek, dem Café International, der Kunstsammlung und weiteren Partnern statt. Für sechs Tage öffnet die Vier-Tore-Stadt damit erneut ihre Tore für Filmschaffende und Gäste aus ganz Europa und bringt so viele internationale Perspektiven in die Region.
