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Deutsche Tanzkompanie, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Schlossberg, Sommertanzgala, Tanzhaus

Von der Königin Luise weiß man, dass sie ein Faible für den Tanz hatte. Und so hat die aus Mecklenburg-Strelitz stammende Monarchin wohl ihre schützenden Hände über die Sommertanzgala 2026 am Freitagabend auf dem Schlossberg der Residenzstadt (Strelitzius berichtete kurz) gehalten. Der Aufführung hatte man angesichts der Wetterprognose noch wenige Stunden zuvor kaum eine Chance gegeben. Umso schöner, dass das Fest dann doch weitgehend trocken und bei angenehmen Temperaturen über die Bühne gegangen ist. Die paar Tropfen von oben im Programmteil des Tanzhauses, schnell weggewischt! Vielleicht sind Luise vor Rührung einfach die Tränen gekommen…
Einen großen Sommertanzabend, fröhlich, heiter, vielfältig, auch nachdenklich, hatte Marco Zabel, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Tanzkompanie, dem Publikum eingangs versprochen. Tänzerinnen und Tänzer – Amateure wie Profis – haben entsprechend abgeliefert und die Erwartungen noch übertroffen.
Zabel hatte bei seiner Begrüßung das Tanzhaus etwas despektierlich als „Vorband aus dem eigenen Haus“ bezeichnet. Angesichts der 15 mitreißenden Auftritte der Kinder und Jugendlichen hat er das später zurückgenommen. In der Tat, sind schon die zauberhaften Darbietungen des Tanzhauses das Kommen auf den Schlossberg wert gewesen. Etliche der jungen Leute hatten extra für diesen Abend ihre Ferien mit der Familie unterbrochen oder verschoben. Herausragend die Soli von Amelie Oswald, Frida Kresin und Friederike Schmidt sowie die Duette von Tilda Berendes Pätz und Estelle Kögler sowie von Irma Rettkowski und Nele Svensson.
Vorband hin, Vorband her, auf jeden Fall wurde dem Publikum bis zum finalen Cancan schon mal kräftig eingeheizt. Und wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, was für eine großartige Arbeit im Tanzhaus mit unermüdlichem Fleiß geleistet wird, um junge Talente zu fordern und zu fördern. Am Rand zu erfahren: Inzwischen formiert sich sogar eine Gruppe der Wiederkehrerinnen.
Spielzeit noch nicht ganz vorbei
Der Jubel kannte keine Grenzen, als Tanzhaus-Chefin Lenka Liebling sich an der Seite des Tanzmeisters Axel Rothe als Schülerin präsentierte. Rothe machte auch als Moderator an diesem Abend einen guten Job und leitete zur Deutschen Tanzkompanie über, die kurz vor dem Abschluss ihrer 35. Spielzeit steht. Bis zum 26. Juli ist die Kompanie noch in der Operette „Die Csárdásfürstin“ auf dem Schlossberg zu erleben. Am 1. August tritt sie um 19 Uhr am Schliemann-Museum in Ankershagen auf. Mit dabei „Der Kleine Prinz“.
Seinen Part der Gala am Freitag auf dem Schlossberg eröffnete das international besetzte Ensemble mit dem eigens von Vinícius da Silva choreografierten Walzer für den Theaterball 2026. Aus „Momentum“ folgte der „Day of Tears“, Choreografie Daisuke Sogawa. Nicola Clarissa Gehring und Axel Rothe gefielen mit einem von Kirsten Hocke einstudierten Mecklenburger Tanz. Immer wieder genial: „Schweben – Halb du, halb ich“, Choreografie Torsten Händler.
Truppe bleibt zusammen
Krönender Abschluss mit den „ganz großen Fragen“, wie es im Programmheft hieß, Ausschnitte aus „Erde“, dem Tanzepos in zwei Akten der Choreografen Monica Proenca und Emil Faski. Es tanzten Angelica Bistarelli, Chayan Blandon-Duran, Sara Branco, Nicola Clarissa Gehring, Aidan Grierson, Luka Magalhaes, Marianna Pappa, Noé Plasencia, Roberta Ramos, Charlie Riddiford, Katherine Rooke, Axel Rothe und Daisuke Sogawa. Noch einmal brandete Beifall auf, als Marco Zabel verkündete, dass die Truppe in der glänzenden Zusammensetzung der auslaufenden Spielzeit für eine weitere zusammenbleibt.




