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Der natürliche Alterungsprozess im Kirchturmverein Mirow führte unter anderem dazu, dass die Mitgliedschaft von einmal 112 auf aktuell 76 schrumpfte. Wie bei vielen anderen Vereinen war es schwierig, Nachwuchs zu gewinnen und den Vorstand zu verjüngen. Die Alternative in der diesjährigen Jahreshauptversammlung war, weil Vorstandsmitglieder auf eigenen Wunsch nicht mehr erneut kandidieren wollten, den Verein aufzulösen.

Es gelang jedoch in diesem Jahr fünf neue Vereinsmitglieder aufzunehmen und einen neuen Vorstand zu wählen. Dem scheidenden Vorsitzenden Hartwig Grählert, der 37 Jahre im Vorstand und davon elf Jahre als Vorsitzender tätig war, wurde gedankt und ihm wurde der Ehrenvorsitz verliehen. Heinz-Jürgen Voss und Werner Matzke schieden ebenfalls aus dem Vorstand aus. Ihnen wurde in Würdigung ihrer Leistungen für den Verein die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Alle drei erklärten, dass sie auch weiterhin den Verein unterstützen wollen.

Der neue Vorstand wird sich in Kürze konstituieren. Neuer Vorsitzender ist Andreas Oehme. Die Mitglieder nahmen mit großer Erleichterung den Fortbestand des Vereines auf.

Die Vereinigung Kirchturm Mirow e.V., wie die offizielle Bezeichnung ist, gründete sich bereits am 17.08.1989, also noch zu DDR-Zeiten. Das Zivilgesetzbuch der DDR gestattete die Gründung von Vereinigungen, deshalb der etwas ungewöhnliche Name. Das die Bildung von Vereinen ohne Initiierung von Partei und Regierung nicht so ganz ernst gemeint war, wird dadurch deutlich, dass der Verein kurz vor dem Ende der DDR im Vereinsregister des Kreises Neustrelitz die Nummer 1 erhielt. Argwöhnisch wurde die Gründung auch sofort von der Stasi beobachtet.

Spitze wiederhergestellt und Satzung geändert

Ziel war es, die Ende April durch den Brand und dem 1950 erfolgten Wiederaufbau der Johanniterkirche ohne barocke Kirchturmspitze, diese wieder herzustellen. Nach notwendigen Neuorientierungen nach der Wende gelang es, mit Unterstützung von freiwilligen Mirower Helfern die Kirchturmspitze 1993 in ihrer Form vor dem Brand wieder herzustellen.

Mit Genehmigung der Vereinsgründung bestand die Forderung, dass der Verein nach Erfüllung dieses Zieles sich auflöst. Eine Satzungsänderung unter den neuen politischen Verhältnissen sicherte ein Fortbestehen ab.

In der Folgezeit wurde die Möglichkeit des öffentlichen Kirchturmaufstieges geschaffen, in zwei Etagen ein Johannitermuseum eingerichtet und in der sogenannten Welschen Haube ein Antiquariat mit über 1.000 Büchern anzubieten. Jährlich besuchen den Erlebniskirchturm ca. 15.000 Besucher. Darüber hinaus wurde die Sanierung der Johanniterkirche neben vielen weiteren Aktivitäten unterstützt.