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Fußball, Lichtenberg 47, Mecklenburg-Strelitz, Oberliga Nord, Spielbericht, TSG Neustrelitz

Das kann ja heiter werden, dachte sich so mancher TSG-Fan heute im Neustrelitzer Parkstadion, nachdem die Gastgeber bereits nach sieben Minuten gegen Lichtenberg 47 mit 0:2 zurücklagen. Zunächst hatte John Gruber eine schöne Kombination der Hauptstädter abgeschlossen, dann zimmerte Christian Gawe einen Freistoß von der linken Strafraumgrenze an den linken Innenpfosten, von dem aus das Leder den Weg in die Maschen fand.
Ein aussichtsreicher Kopfball der 47er ging zum Glück der TSG über die Latte. Aber mit zunehmender Spieldauer kamen die Strelitzer Jungs besser in die Partie und hätten bis zur Pause bereits ausgleichen können. Allein Nick Höfer hatte drei Riesen, es sollte nicht sein. Akogo war durch, aber einen Schritt zu langsam.
In der zweiten Hälfte die TSG Neustrelitz eigentlich die bessere Mannschaft, aber mit einem Kopfball von Luca Müller gegen die Latte und einem von den Lichtenbergern noch von der Linie gekratzten Ball im Pech. Ein von Kevin Akogo verursachter Strafstoß, den Gästekapitän Sebastian Reiniger in der 75. Minute routiniert verwandelte, besiegelte das Schicksal der TSG-Kicker.
Kapitän Röth: Zum Schluss sah es richtig nach Fußball aus
„Gleich zu Beginn haben wir das Spiel verloren, einfach verschlafen, sind nicht wirklich auf dem Platz gewesen“, schätzte TSG-Kapitän Nils Röth die Niederlage im Gespräch mit mir ein. „Wir sind dann immer stärker geworden, zum Schluss sah es richtig nach Fußball aus. Auch hatten wir unsere Chancen, aber das Spiel hätte wahrscheinlich noch eine halbe Stunde länger gehen können, ohne dass wir getroffen hätten. Wenn wir das Positive aus der Partie mitnehmen und von Beginn an wacher auf dem Platz sind, dann sehen wir in den kommenden Wochen besser aus.“
„Alles, was wir umsetzen wollten, ist in den ersten zehn Minuten den Bach runtergegangen“, so TSG-Coach Thomas Franke gegenüber Strelitzius. „Zu passiv, keine Zweikämpfe geführt, den Gegner machen lassen. Dann haben wir uns gewehrt, konnten das Spiel offener gestalten und waren spätestens in der zweiten Hälfte auf Augenhöhe. Am Ende ein verdienter Sieg für die Lichtenberger, auch wenn es nervt, das eingestehen zu müssen. Ich hatte vor dem Spiel gesagt, dass wir gut verteidigen und die wenigen Chancen nutzen müssen. Beides haben wir nicht hinbekommen.“
Vizepräsident Langguth: Kämpferisch gar nicht schlecht
Das letzte Wort bei Strelitzius hat heute TSG-Vizepräsident Bastian Langguth. „Man darf die dünne Personaldecke nicht unberücksichtigt lassen. Kämpferisch waren wir bis auf den Beginn gar nicht schlecht, sind oft vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht, haben aber die Bälle wie so oft nicht verwandelt. Am Anfang hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu. Wir haben mit einer Niederlage gegen eine Spitzenmannschaft wie Lichtenberg 47 gerechnet, sie hätte aber nicht so deutlich ausfallen müssen. Ein Anschlusstreffer hätte mich gefreut, ich habe eine TSG gesehen, die nicht aufgegeben hat.“
Vor Spielbeginn ehrten Mannschaften und Zuschauer mit einer Schweigeminute den kürzlich verstorbenen langjährigen Mannschaftsbetreuer der Neustrelitzer Oberligisten, Torsten Bettac. Zuvor hatte TSG-Sprecher Stephan Neubauer ein paar Worte des Gedenkens gesprochen.
Die Residenzstadtkicker, jetzt auf Platz 12 der Tabelle abgerutscht, müssen am kommenden Sonntag beim Spitzenreiter der Oberliga Nord Tasmania Berlin antreten. Strelitzius wird wie immer eine Spielzusammenfassung liefern.


Viele Spiele schön gespielt, aber es kam dabei nichts Zählbares heraus. Vielleicht sollte das Spielsystem mal überdacht werden. Das ist nicht nur meine Meinung. Ich weiß, die Zuschauer sind die „besseren Trainer“, aber man sollte das alles mal hinterfragen. Wie wäre es mit ein paar langen Bällen, siehe Frauennationalmannschaft?