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Alte Kachelofenfabrik, Fabrik.Kino, Gespräch, Mecklenburg-Strelitz, Misselwitz, Neustrelitz, Plenert

Im Rahmen eines filmischen Begleitprogramms zur derzeitigen Ausstellung in der Fabrik.Galerie für gegenwärtige Kunst „Poesie des Alltags“ mit Fotografien von Thomas Plenert und im Rahmen der Filmreihe „35 Jahre nach dem Beitritt“ präsentiert das Fabrik.Kino in der Alten Kachelofenfabrik am 23. Oktober um 19.30 Uhr zwei selten zu sehende Filme von Helke Misselwitz aus der Wendezeit: „Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?“ und „Sperrmüll“, beide aus dem Jahr 1989, und für beide Filme hat Gudrun Plenert den Schnitt besorgt. Helke Misselwitz und Gudrun Plenert werden zum Gespräch über die Filme im Kino sein.
„Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?“ beinhaltet das Porträt einer Gruppe von Kohlenmännern und ihrer Chefin in Ost-Berlin. In stimmungsvollen, präzisen Schwarz-Weiß-Bildern dokumentiert der Film nicht nur die harte Arbeit, die die rauen Männer prägt, sondern spiegelt auch ihr Privatleben, dem sich die Regisseurin ebenso einfühlsam wie gewitzt annähert. „Eine bemerkenswerte, sozial genaue Studie, auch ein leiser, realistischer Gegenentwurf zu vielen anderen, auf den Heroismus der Arbeiterklasse abzielenden DEFA-Dokumentarfilmen“, schreibt der Filmdienst.
Liebevoll Menschen porträtiert
Und der zweite Film an diesem Abend wird der Farbfilm „Sperrmüll“ sein – auch zum Ende der DDR gedreht, auch in der Regie von Helke Misselwitz und Schnitt Gudrun Plenert. In diesem Film geht es um einen jungen Punk-Musiker aus Ost-Berlin, der gemeinsam mit seinen drei Freunden seinen Unmut auf Gegenstände trommelt, die andere Menschen fortgeworfen haben. Während der Dreharbeiten im Frühsommer 1989 heiratet seine Mutter erneut und zieht in den Westen, er entscheidet sich dafür, im Osten zu bleiben. Dank der Wende können sie sich wider Erwarten schon im Frühjahr 1990 wiedersehen. Ein einfühlsamer Dokumentarfilm, der liebevoll Menschen porträtiert und auf sympathische Weise eine Lanze bricht für viele, von der politischen Entwicklung der deutschen Wiedervereinigung, überrollte Menschen.
Bei diesen beiden, an diesem Abend gezeigten Filmen (52 und 78 Minuten), hat der vor zwei Jahren verstorbene, sehr bekannte und vielbeschäftigte, Kameramann und Fotograf Thomas Plenert die Kamera gemacht. Ihm ist die derzeit in der Galerie der Alten Kachelofenfabrik zu sehende Ausstellung „Poesie des Alltags“ gewidmet, und die Galerie ist vor und nach der Filmvorstellung für die Besucherinnen und Besucher geöffnet. „Wir wünschen uns ein reges Interesse an diesem besonderen Angebot und erwarten ein lebhaftes Gespräch nach dem Film“, so Horst Conradt, Kinoleiter am Sandberg.