Schlagwörter
Campingplatz, Carwitz, Dreetzsee, Feldberger Seenlandschaft, Mecklenburg-Strelitz, Restaurant Bullerjan, Thomsdorf

Für Jacqueline Zacharias und und René Graf vom Restaurant „Bullerjan“ auf dem Campingplatz am Dreetzsee in der Feldberger Seenlandschaft haben auch September und Oktober noch schöne Tage. Während andere Wirte schon die Stühle hochstellen und die Tür abschließen, geben die erprobten Gastronomen und Neumecklenburger weiter Gas.
Wenn auch mit nicht ganz so durchgedrücktem Pedal wie in den zurückliegenden Monaten seit dem 1. April diesen Jahres, als das Paar die Gaststätte nebst Imbiss übernommen und nach und nach in ein zweites Wohnzimmer verwandelt hat. Küchenmeister René weiß den saisonal bedingt nachlassenden Druck besonders zu schätzen und setzt seiner ohnehin von vielen Gästen gewürdigten Kochkunst noch das eine oder andere Sahnehäubchen auf. So wird er am kommenden Wochenende unter anderem Fasan von einem einheimischen Jäger auftischen.
Wir wollen nicht die Leute abfüttern
„Ich freue mich auf die Nachsaison“, so der auf deutsche Küche ausgerichtete 49-Jährige, der nach eigener Aussage Anspruch und Leidenschaft im Gegensatz zu so manch anderem Berufskollegen nicht verloren hat und bei ständig wechselnder Karte neben Qualität auf Raffinesse setzt. „Essen ist Emotion, die Schublade wollen wir wieder aufmachen und nicht die Leute abfüttern. Fritteuse ist kein Handwerk.“
Auch seine für den Service zuständige 43-jährige Partnerin und Chefin betont, in der Gastronomie Berufung und Traumjob gefunden zu haben. Beide haben zuletzt ein Restaurant am Bodensee betrieben und sind auf der Suche nach „Luftveränderung“ bei einem Hotelaufenthalt in der Region per Anzeige auf das „Bullerjan“ gestoßen. Liebe auf den ersten Blick. Die Neueröffnung hat sich inzwischen herumgesprochen, zu den zufriedenen Gästen zählen nicht nur Camper, sondern auch Leute aus der näheren und weiteren Umgebung im Brandenburgischen und im Mecklenburgischen. Was sich geradezu anbietet, ist ein gutes Essen mit einem Spaziergang durch die malerische Natur rund um den Dreetzsee zu verbinden. Der Campingplatz ist von Thomsdorf wie von Carwitz gut zu erreichen, schon am Eingang grüßen die Konterfeis der Wirtsleute mit der freundlichen Begrüßung „Schön, dass du da bist“.
Rinderbraten zergeht auf der Zunge
Die Holde und meine Wenigkeit waren im „Bullerjan“ auf Empfehlung speisen und können das Restaurant ohne Abstriche empfehlen. René Graf will übrigens dem klassischen Sonntagsbraten zu neuem Renommee verhelfen und hat bei mir mit seinem saftig geschmorten Rinderbraten, der auf der Zunge zerging, an Rotkohl und Salzkartoffeln schon mal ins Schwarze getroffen. Ein extra Sternchen für die Sauce! Meine bessere Hälfte hatte an einem „Salat Wald und Wiese“ mit verschiedenen gebratenen Pilzen und selbstgemachtem Dressing optische und Gaumenfreude. Auch an den Nebentischen war man hörbar begeistert vom dort Dargebotenen. Und, Speisekarte runter, wieder hoch: Alle Gerichte sind tatsächlich unter 20 Euro zu haben.
Kurzum: Das Restaurant mag noch ein Geheimtipp sein, aber bestimmt nicht mehr lange. Geöffnet ist im September von 17 bis 21 Uhr. Mittwochs gönnen sich die Pächter einen Ruhetag, sonntags von 11.30 bis 15 Uhr bitten sie ans Buffet. Bis in den Oktober hinein wollen sie ihr Lokal offenhalten, wie lange, mal schauen. Am 31. Oktober jedenfalls ist definitiv Schluss für dieses Jahr. Dann wird auf dem Campingplatz nämlich das Wasser abgestellt.
Jede Menge Neues haben sich Jacqueline und René für das kommende Jahr vorgenommen. Das macht unbedingt Lust auf Wiederkehr. Wir haben verabredet, in Kontakt zu bleiben und Meldenswertes über den Blog weiterzugeben. Über den Winter wollen die Gastronomen ihre neue Heimat erkunden. Dazu sind sie bei 16 Stunden Arbeit pro Tag noch nicht gekommen.









