Schlagwörter

, , ,

Fotos: Elisa Hörning

Ein Sommerwochenende, an dem sich Familien eigentlich „zerreißen“ mochten, wegen der vielen Kulturangebote. Darunter das Hoffest des Tanzhauses der Deutschen Tanzkompanie. Wochenlang wurde geplant, einstudiert, extra geprobt, genäht und angepasst, zuletzt auch gebacken. Die Anspannung stieg, und immer häufiger wurde die Wetter-App konsultiert. Sommer-Wochenende, nun ja.

Am Sonnabend wurde dann – als die große Bühne längst aufgebaut war – klar, dass der starke und anhaltende Regen die Bespielung des Hofes am Riefstahlplatz 7 unmöglich macht. Eine Absage war undenkbar, ein Ersatztermin unrealistisch. Durchaus geübt im Improvisieren, zog die Tanzhausfamilie in den großen Ballettsaal der Deutschen Tanzkompanie. Saal und Haus bieten zweifellos geeignete Bedingungen. Statt luftig-sommerlicher Atmosphäre wird es aber eher drückend warm. Denn die Platzkapazität ist begrenzt. Schnell stand fest, dass der Platzbedarf für das Publikum den vorhandenen Raum weit übersteigt. Schon 45 Minuten vor Beginn der großen Galavorstellung war der Saal soweit gefüllt, dass alle weiteren Gäste vertröstet werden mussten. Vertröstet auf einen „Publikumswechsel“ in der Pause des kurzerhand geteilten, fast vierzig Stücke umfassenden Programms.

Nachvollziehbar traurige Mienen, aber auch viel Verständnis für die Situation. Aber ob das klappen würde? „Es hat geklappt! Und dafür gebührt allen Dank, die ihre Plätze nach Teil 1 denen zur Verfügung stellten, die während dessen andere trockene Ort aufgesucht, gewartet oder sich am wieder reichhaltigen Kuchenbuffet getröstet hatten“, schreibt mir der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Tanzkompanie, Marco Zabel. „Und Dank denen, die die Hoffnung nicht aufgegeben hatten. Aufgrund des steten Gruppenwechsels waren alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit mehreren Stücken über den ganzen Nachmittag in den beiden Teilen des Galaprogramms zu erleben. Und allen flogen die Herzen zu, beim spaßigen Kinderstück, bei der modernen Pop-Nummer oder beim herausragenden Schwanensee-Ballett.“

Nicht ohne Grund vielgefragter Auftrittspartner

Bei aller technischer Leistung, beim allem gekonnten Ausdruck, gleich ob  Gruppe oder Solo, das Tanzhaus unter der Leitung von Lenka Liebling präsentiert sich auf hohem Niveau, so mein Blogpartner weiter. Ist nicht ohne Grund vielgefragter Auftrittspartner. So bewies sich erneut die Leidenschaft aller für den Tanz. „Auf der Bühne wird alles gegeben, und immer wieder aufbrandender starker Applaus belohnt alle, auch die vielen ungenannten Helfer, darunter neben Familienangehörigen nicht wenige ehemalige Tanzhaus-Schülerinnen.“ Dass die Verbindung nicht nach dem 18. Geburtstag abreißen muss, das beweise die neu gebildete Gruppe 20+. Das bewiesen aufs Schönste auch die charmanten Moderatorinnen Anke
Gerlich und Saskia Jantzen.

„Und darauf hoffen wir auch bei Tänzerinnen, deren offizieller Abschied viele Tränen fließen ließ: Johanna Neumann, die am Vortag ihr Abitur feiern durfte und in Rostock ein Studium aufnehmen wird, und Luise Teichert – sie hat den Sprung aufs Gymnasium Essen-Werden geschafft, wo sie eine professionelle Tanzausbildung absolvieren wird. Beide sind durchaus Vorbild für manch Jüngere; die „nachwachsen“, reifen, unterstützt auch von den Größeren“, schließt Marco Zabel. „Diese Miteinander und das Miteinander-Wachsen macht Leistungen wie die zum Hoffest möglich. Chapeau, Tanzhaus! Chapeau, Lenka!“

Übrigens: Die nächste große „Winterzauber“-Gala im Januar 2026 im Großen Haus des Landestheaters wird aufgrund der großen Nachfrage gleich zweimal gezeigt.